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Rock'n'Roll

Hell-O-Matic rocken das Wacken Open Air Von , 18.07.2017

Interview * TvdS: Scary Metal auf der Wasteland Stage / Neues Album kommt

Hell-O-Matic, 2017 © HeilemaniaIn knapp zwei Wochen geht es los, das größte Heavy-Metal-Festival der Welt. Das Wacken Open Air (3.-5. August) findet in diesem Jahr zum 28. Mal statt und wird wieder Metalfans aus der ganzen Welt in das norddeutsche Dörfchen Wacken locken. Vor dem offiziellen Festivalbeginn am Donnerstag steigt bereits ab Mittwochvormittag (2.8.) das Aufwärmprogramm auf insgesamt sechs Bühnen – und mit von der Partie ist zum ersten Mal die Fuldaer Band Hell-O-Matic, die am Abend ab 20.45 Uhr für 45 Minuten die Wasteland Stage rocken wird.

Sänger TvdS stand mir für ein exklusives Interview zur Verfügung und berichtet unter anderem über das neue Album, die obligatorischen Cheerleader und wie sich die Band vorbereitet, bevor es in Wacken auf die Bühne geht.

Joachim Herbert: Wie fühlt ihr euch, beim größten Metalfestival der Welt zu spielen?
TvdS: Ganz wunderbar! Der Auftritt in Wacken am Mittwochabend auf der Wasteland Stage ist perfekt für uns! Offiziell beginnt das Festival ja erst am Donnerstag, wenn das Hauptgelände und die großen Bühnen geöffnet werden. Aber die meisten Zuschauer werden bereits bis Mittwoch angereist sein. Das ist ja für viele so das Jahresurlaubsding und alle wollen Wacken auskosten, so lange es geht. Sprich, das Publikum wird am Mittwochabend bereits richtig heiß auf Livemusik sein, und da werden sie bereit sein, sich Bands anzuschauen, die sie vielleicht noch nicht kennen. Das ist die Chance für uns, auf einen Schlag wirklich viele Leute zu erreichen. Und die Wasteland Stage passt vom Ambiente zu uns, wie die Faust aufs Auge. Endzeitstimmung, überall Flammen und Pyro-Geschichten, brennende Fässer und Tänzerinnen in Mad-Max-Outfits. Besser können wir es nicht treffen. Und wenn wir eine gute Show liefern, dann wird unser Auftritt in Erinnerung bleiben, so dass hoffentlich einiges an neuen Fans dazu gewonnen werden kann.

Hell-O-Matic, TvdS, 2017 © Heilemania

Hell-O-Matic-Sänger TvdS und seine Mitstreiter passen perfekt auf die Wasteland Stage. Foto: Heilemania

Joachim Herbert: Spielt ihr in Wacken auch Songs vom neuen Album? Falls ja, wie ist das Verhältnis alte vs. neue Songs?
TvdS: Na klar! Ungefähr die Hälfte unseres Sets besteht aus Songs vom neuen Album, wovon wir allerdings zwei Songs bereits live getestet und festgestellt haben, dass sie gut funktionieren. Die anderen werden wir allerdings schon am 20. Juni im „Bett“ in Frankfurt und am 22. Juni auf dem Festival „Rock am Stück“ in Fritzlar erstmalig präsentieren. Aber wir haben keinen Zweifel, dass auch die Songs ganz ordentlich rocken werden. Die restlichen Songs sind alle vom ersten Album und haben ihre Feuerprobe bereits hinter sich. Wer uns kennt, wird diese Songs auf jeden Fall von uns erwarten.

Joachim Herbert: Sind in Wacken wieder Cheerleader mit dabei? Falls ja, wie viele?
TvdS: Selbstredend! Wenn die Bühne groß genug ist, haben wir immer mindestens zwei Cheerleaderinnen mit dabei. Die sind fester Bestandteil unserer Show und bleiben dem Publikum zusätzlich in Erinnerung. Für alle anstehenden Shows haben wir allerdings deren Performance erweitert, so dass sie jetzt nicht nur beim Song ‚Hedonistic Cheerleaders‘ zu sehen sind, sondern auch noch bei anderen Songs. Mit neuen Outfits und einer speziell choreografierten Lasershow. Das wird schon echt geil werden!

Joachim Herbert: Was macht ihr nach dem Auftritt? Noch tagelang auf dem W:O:A bleiben oder bald wieder fahren?
TvdS: Das wissen wir noch nicht genau. Die interne Planung ist noch nicht wirklich abgeschlossen. Aber natürlich wollen wir Wacken auch dazu nutzen, Kontakte zu knüpfen und die hoffentlich „richtigen“ Leute zu treffen. Und da wird es unabdingbar sein, auch über den Mittwoch hinaus zu bleiben. Und den einen oder anderen Act wollen wir ja schließlich auch sehen bzw. treffen. Marilyn Manson zum Beispiel, schauen wir mal, ob das klappt.

Joachim Herbert: Wo und wie lange probt ihr für eure Auftritte im „Bett“, beim „Rock am Stück“ und in Wacken?
TvdS: Nun, gut vorbereiten muss sich natürlich jeder aus der Band erstmal persönlich. Das funktioniert inzwischen ganz gut. Und ansonsten werden wir uns noch ein paar Mal gemeinsam in unserem Proberaum in Hünfeld treffen, um die Shows auch unter Livebedingungen durchzuspielen. Da werden dann nicht nur die Musiker anwesend sein, sondern auch unsere Techniker und unsere Tänzerinnen. Also jeder, der mit dafür verantwortlich ist, dass unsere Performance so gut wie möglich wird. Gerade das Festival „Rock am Stück“ wird da interessant werden, weil wir dort mit einer uns auf den Leib geschneiderten Pyro-Show und LED-Rückwänden auftreten werden, über die wir zusätzlich noch Videos in die Show integrieren können.

Joachim Herbert: Was gibt’s Neues zur neuen CD? Wie viele Songs gibt’s zu hören und wann wird das Werk erscheinen?
TvdS: Das neue Album ist jetzt nahezu im Kasten. Inzwischen sind zwölf Songs komplett eingespielt und fertig abgemischt. Nur das Mastering steht noch aus. Aber bis es mit den anstehenden Shows losgeht, wird auch das eingetütet sein, so dass wir uns komplett auf die Vorbereitungen konzentrieren können. Wann es erscheinen wird, nun, das steht noch in den Sternen. Wir werden erstmal mit unserem Musikverlag auf neue Labelsuche gehen, und wenn wir erfolgreich sind, und davon gehe ich aus, wird das Label mit darüber entscheiden, wann das Veröffentlichungsdatum sein wird und einen Promotionplan erstellen. Genauso muss ja auch noch darüber entschieden werden, zu welchen Songs was für Videos gedreht werden. Also wird noch etwas Zeit ins Land gehen, bis man das neue Album in Händen halten kann. Wir wollen diesmal so viel richtig machen, wie es uns nur möglich ist. Aber eins ist gewiss, das Warten wird sich lohnen!

Joachim Herbert: Ist eure Musk auf der neuen CD härter oder weicher oder anders geworden?
TvdS: Tendenziell eher anders. Jetzt klingt das ganze Album erstmalig komplett nach Hell-O-Matic. Der ganz eigene Stil, der sich auf der ersten Scheibe ja schon anfing herauszukristallisieren, hat sich nun massiv gefestigt. Es gibt keinen Durchhänger und auch thematisch gibt es einige Songs, die sich diesmal mehr mit einem Thema, dem Exorzismus, beschäftigen. Ansonsten erzählen wir von psychopathischen Amokläuferinnen, wahnsinnigen Wissenschaftlern, Sukkubi, die einen in der Nacht besuchen, und „Kitties“, die einem den letzten Nerv rauben. Alles spannende und witzige Thematiken, die mir viel Spaß gemacht haben, als ich die Texte geschrieben habe. Darüber hinaus konnten wir auch die Sängerin der japanischen Mädchen-Punk-Band „Tsu Shi Ma Mi Re“ gewinnen, die einen Song gemeinsam mit uns performt hat, was sehr sehr geil geworden ist. Und überhaupt strotz das Album nur so vor Überraschungen und neuen seltsamen, sehr metal-untypischen Instrumenten und einem abgefahrenen Lay-Out, zu dem der großartige Heilemania die Fotos beigesteuert hat. Wir freuen uns jedenfalls schon riesig darauf, die Scheibe der Öffentlichkeit präsentieren zu können.

Joachim Herbert: Wie lange habt ihr am neuen Album gearbeitet und wie viel Zeit habt ihr im Studio in Hamburg verbracht?
TvdS: Eigentlich haben wir gleich nach Erscheinen des ersten Albums damit angefangen, wieder neue Songs zu schreiben. Wie gesagt, einige davon haben wir ja inzwischen schon mehrfach live gespielt, wie den legendären „Fuck Song“. Aber massiv durchgestartet sind wir mit dem Komponieren erst so in etwa im letzten halben Jahr. Zwischenzeitlich hatten wir ja auch noch zwei Schlagzeugerwechsel, die uns viel Zeit gekostet haben und die einen oder anderen weiteren kleinen Probleme, welche wir aber alle gut gemeistert haben. So konnten wir dann Mitte Mai mit guten Vibes ins Studio gehen und haben uns einen Monat im Absurd-Studio in Hamburg einquartiert. Danach wurde von unserem Produzenten am Mix weitergearbeitet und jetzt zum Mastern fahren wir nochmals nach Hamburg. Summa summarum haben wir also vom Recorden des ersten Tons zwei Monate an der Scheibe geschraubt und gebastelt. Und rausgekommen ist auf jeden Fall das hellomatischste Album, das wir bis dato jemals aufgenommen haben. :-)

Hell-O-Matic, 2017 © Heilemania

Hell-O-Matic rocken die Wasteland Stage beim Wacken Open Air. Foto: Heilemania

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