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Fußball

Derby in Neuenhain endet mit Abbruch Von , 14.03.2017

Gruppenliga Wiesbaden: Zwei Rote Karten und erhitzte Gemüter

Fußball, Ball, Fußballstutzen, Stutzen, 2008 © Joachim HerbertDer 23. Spieltag der Gruppenliga Wiesbaden bietet jede Menge interessante Ergebnisse. Der TuS Hahn kommt mit 0:8 im Spitzenspiel beim FC Waldbrunn unter die Räder, Aufstiegsaspirant VfB Unterliederbach verliert beim Abstiegskandidaten Mesopotamien Wiesbaden mit 1:2, die SG Kirberg landet im 22. Saisonspiel erst den vierten Sieg und Hadamar II gelingt nur ein mageres 2:0 beim abgeschlagenen Schlusslicht in Beuerbach. Aufreger des Tages war jedoch der Abbruch der Partie zwischen dem FV Neuenhain und der SG Hoechst.

Knapp 85 Minuten war es ein relativ normales Fußballspiel zwischen den beiden Nachbarn, dann wurde es jedoch ungemütlich. „Nach einem Foul wurde ein Spieler von den Zuschauern beschimpft und danach gerieten die Spieler aneinander“, schildert Neuenhains Trainer Marco Usai die Situation aus seiner Sicht. Oussama Bachiri (Neuenhain) und Daniel Aguirre (Hoechst) wurden daraufhin von Schiedsrichter Malte Kirschner mit „Rot“ des Feldes verwiesen.

„Damit war das Thema leider noch nicht durch“, berichtet Usai über die folgende Rudelbildung auf dem Platz. „Ich habe mir das von draußen betrachtet und für uns hat es keinen Sinn mehr gemacht, das Spiel unter diesen Umständen fortzusetzen. Deshalb sind wir nach dieser Unterbrechung nicht mehr angetreten. Wir hatten zwar einige Ordner vor Ort, aber die machen das ehrenamtlich und man kann von ihnen nicht erwarten, das sie sich in so einer Situation dazwischen werfen. Sportlich haben wir ein gutes Spiel abgeliefert. Mir geht es auch nicht um die drei Punkte. Wir haben verloren, aber ich will kein Wiederholungsspiel, ich will mit so einem Verhalten einfach nichts zu tun haben.“

Hoechsts Trainer Mostafa Ichaoui kann das Verhalten des Gegners nicht ganz nachvollziehen: „Nachdem er die zwei Roten Karten verteilt hat, hat der Schiedsrichter die beiden Spielführer zu sich gerufen und mit ihnen gesprochen. Wir wollten weiterspielen, die Sicherheit war gegeben und der Schiedsrichter wollte wieder anpfeifen, Neuenhain wollte aber nicht mehr antreten. Bis dahin war es ein gutes Derby, dann haben wir uns jedoch durch Äußerungen provozieren lassen. Ich war weiter weg und habe nicht hundertprozentig mitbekommen, was genau war“.

Der des Feldes verwiesene Oussama Bachiri spielte in der vergangenen Saison noch gemeinsam mit Daniel Aguirre für die SG Hoechst, auf dem Rasen gerieten sie diesmal aber aneinander. „Sowas gehört nicht auf den Platz, egal, wer Schuld ist“, bemerkte Mostafa Ichaoui. „Dieses Verhalten ärgert mich am meisten. Man muss mit dem Druck umgehen können und besonders wenn man führt, muss man clever genug sein, sich nicht provozieren zu lassen. Es gibt genug andere Sportarten, wo man sich abreagieren kann.“

Abreagiert wurde sich nach der Partie wohl auch noch, wie Marco Usai berichtet: „Nach dem Spiel wurde ein Spieler von uns abgepasst und geschlagen. Daraufhin waren wir gezwungen, die Polizei zu rufen und er hat Anzeige erstattet.“

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