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Poolbillard

Raphael Wahl holt Gold im 9-Ball Von , 26.11.2015

Poolbillard: Fuldaer ist deutscher Meister / Jasmin Michel Dritte im 10-Ball

Raphael Wahl, Jasmin Michel, Poolbillard, 2013 © Joachim HerbertDie beiden Fuldaer Poolbillardasse Raphael Wahl und Jasmin Michel sammelten bei der deutschen Meisterschaft in Bad Wildungen weitere Medaillen. Wahl gewann Gold im 9-Ball, Michel Bronze im 10-Ball.

Für den 18-jährigen Raphael Wahl war dies die erste deutsche Meisterschaft, bei der er in allen vier Disziplinen bei den Herren und nicht mehr bei den Jugendlichen an den Start ging. Und nach der Silbermedaille im 14.1 holte sich Wahl im 9-Ball sogar die Goldmedaille und wurde deutscher Meister.
„Das Gefühl nach meinem Sieg im 9-Ball war das größte, das ich bislang im Sport erlebt habe“, gesteht Raphael Wahl kurz nach seinem Erfolg. „Es war sogar noch intensiver als bei meinen EM-Titeln und bei WM-Bronze, die ich ja alle im Jugendbereich gewonnen habe.“
Die beiden Medaillen kamen umso überraschender, da Wahl im Vorfeld nicht damit gerechnet hatte. „Ich bin fast ohne Erwartungen in das Turnier gegangen und mit dem Titel im 9-Ball habe ich überhaupt nicht gerechnet. Allein deshalb bin ich schon hochzufrieden“, so Wahl. „Außerdem ist es ein gutes Gefühl zu sehen, dass sich das Training lohnt.“

Angesichts der starken Konkurrenz sind die Erfolge des Fuldaers noch höher einzuordnen, denn in Bad Wildungen war nahezu die gesamte deutsche Billardelite am Start. „In diesem Teilnehmerfeld wurde jeder Fehler gnadenlos bestraft“, berichtet Raphaels Vater und Trainer Michael Wahl. „Als Spieler muss man sich Satz für Satz fokussieren und möglichst immer seine beste Leistung abrufen. Dann kann am Ende der Titel stehen. Dass Raphael das erreicht hat, ist eine tolle Sache, damit konnte man nicht rechnen.“

Vier Titel waren im Poolbillard der Herren zu vergeben, einen davon sicherte sich Raphael Wahl, die drei weiteren Goldmedaillen gingen an Joshua Filler. Der ebenfalls erst 18-Jährige startet für den deutschen Meister PBC Schwerte in der Bundesliga und hat mit Wahl zusammen die Wachablösung im deutschen Poolbillard eingeläutet.
Beide Spieler wurden nach ihren tollen Leistungen in den B-Kader der Deutschen Billard Union (DBU) berufen, für den man neben genug Potential eigentlich auch das Alter von 21 Jahren erreicht haben muss.

Jasmin Michel Dritte im 10-Ball
Auch Jasmin Michel (SG Johannesberg) kam aus Bad Wildungen mit Edelmetall zurück. Die Fuldaerin sicherte sich nach einem bis dahin eher durchwachsenen Turnierverlauf im 10-Ball die Bronzemedaille.
In der letzten von insgesamt vier Disziplinen startete Michel mit einer Niederlage, kämpfte sich dann jedoch über die Verliererrunde mit vier Siegen in Folge bis ins Halbfinale, wo sie der späteren Zweitplatzierten Kristina Grim deutlich mit 0:7 unterlag.

„Ich musste mich vor dem 10-Ball-Wettbewerb wieder neu motivieren, denn ich wollte unbedingt eine Medaille“, sagte Michel. „Die beiden Disziplinen 9-Ball und 10-Ball liegen mir eher und im 9-Ball ist dann der Knoten geplatzt.“ Auch hier startete die 24-Jährige mit einer Niederlage, kam über die Verliererrunde jedoch bis ins Viertelfinale und unterlag gegen Kristina Grim, die auch hier Silber gewann.
„In den letzten beiden Disziplinen wollte ich einfach Spaß haben“, so Michel. „Das ist mir gelungen und ich habe auch gut gespielt. Mit meiner spielerischen Leistung bin ich zufrieden und ich freue ich riesig über die Bronzemedaille, denn die Konkurrenz war wirklich stark.“

Nach den Plätzen 17 im 14.1 und neun im 8-Ball bedeuteten die Ränge fünf im 9-Ball und drei im 10-Ball eine deutliche Steigerung in der zweiten Turnierhälfte. Erstaunlich, dass sich die Fuldaerin gegen Ende so steigern konnte, schließlich waren die Sportler neun Tage am Stück gefordert und besonders das lange Warten zwischen den Partien zehrte an den Kräften der Akteure.

Bereits am kommenden Wochenende steht Michel wieder am Billardtisch. Beim Turnier der Eurotour gehen in Treviso (Italien) 60 Damen aus ganz Europa im 9-Ball an den Start und auf die Fuldaerin warten in der Nähe von Venedig starke Konkurrentinnen.

Raphael Wahl
8-Ball                                  5. Platz
– Sebastian Staab (Altstadt)                  5:6
– Andreas Roschkowsky (Oberhausen)    6:2
– Johannes Halbinger (Dachau)              6:5
– Mario Stahl (Hamburg)                       6:5            Achtelfinale
– Sebastian Ludwig (Dachau)                 6:8            Viertelfinale

9-Ball                                 1. Platz
– Bernd Janssen (Oldenburg)                 7:4
– Marlin Köhler (Mörfelden-Walldorf)       3:7
– Sascha Jülichmanns (Neuwerk)           7:4
– Christian Brehme (Kurpfalz)                7:3            Achtelfinale
– Steffen Säubert (Waghäusel)               9:6            Viertelfinale
– Sebastian Staab (Altstadt)                  9:7            Halbfinale
– Geronimo Weißenberger (Kurpfalz)      9:5            Finale

10-Ball                             17. Platz
– Sebastian Ludwig (Dachau)                 3:6
– Sascha Meister (Soltau)                      6:2
– Sascha Jülichmanns (Neuwerk)            2:6

Jasmin Michel
8-Ball                                9. Platz
– Sigrid Glatz (Miesbach)                       3:5
– Claudia Köhler (Bielefeld)                    5:3
– Cathleen Schnaible (Salzwedel)           5:1
– Vivien-Kathy Schade (Hamburg)          3:5            Achtelfinale

9-Ball                                5. Platz
– Vivien-Kathy Schade (Hamburg)          4:6
– Sigrid Glatz (Miesbach)                       6:4
– Stefanie Müller (Blieskastel)                6:5
– Sandra Graw (Wolfsburg)                    6:4            Achtelfinale
– Kristina Grim (Dreieich-Sprendlingen)  4:8            Viertelfinale

10-Ball                              3. Platz
– Ramona Schouren (Krefeld)                2:5
– Andrea Bosch (Krefeld)                       5:4
– Nicole Hummel (Bräunlingen)              5:2
– Veronika Kordian (Babelsberg)            5:3            Achtelfinale
– Melanie Süßenguth (Bielefeld)             7:4            Viertelfinale
– Kristina Grim (Dreieich-Sprendlingen)  0:7            Halbfinale

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