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Poolbillard

Kurzer Spaß für Thorsten Hohmann Von , 17.09.2015

Poolbillard * News: Fuldaer scheitert in Gruppenphase der 9-Ball-WM in Katar

Oliver Ortmann, Thorsten Hohmann, Ralf Souquet, 2015Das war ein kurzer Spaß für Thorsten Hohmann. Der Fuldaer Poolbillardprofi musste bei der 9-Ball-WM in Katar frühzeitig die Segel streichen und sich bereits nach der Gruppenphase mit der Rolle des Zuschauers begnügen. Im entscheidenden Spiel scheiterte er mit 4:9 am Spanier Francisco Diaz-Pizarro.

Das hatte sich Thorsten Hohmann ganz anders vorgestellt. Als zweifacher Weltmeister im 9-Ball war er in den Wüstenstaat gereist und zählte aufgrund seiner Erfolge zu einem Kreis von etwa 20 Favoriten, die alle eine gute Chance auf den Titel hatten. Doch nicht nur Hohmann zog unerwartet früh den Kürzeren, auch zahlreiche andere Favoriten und Ex-Weltmeister schieden nach der Gruppenphase aus.

Dabei startete der Fuldaer gut ins Turnier. In 16 Gruppen mit jeweils acht Spielern wurde im System Doppel-K.o. gespielt; eine Niederlage konnte man sich also leisten, erst das zweite verlorene Spiel bedeutete das Aus. Hohmann legte souverän los und ließ Nizar Mosbah Tamimi (Jordanien) beim 9:3 keine Chance.
„Wenn ich dieses Spiel verloren hätte, hätte ich in den nächsten beiden Partien auf dem Papier leichtere Gegner gehabt“, berichtet Hohmann. „So aber habe ich gegen den Venezuelaner Yousef und den Spanier Diaz-Pizarro gespielt, beides unangenehme Gegner.“

Wie unangenehm diese Gegner sein können, musste Hohmann dann erfahren. Gegen Jalal Yousef, einen Venezuelaner mit jordanischen Wurzeln, geriet Hohmann mit 5:8 in Rückstand, kämpfte sich auf 8:8 heran, um letztlich doch mit 8:9 zu verlieren. Es war nicht die erste Niederlage Hohmanns gegen Yousef, gegen den er in der Vergangenheit bereits mehrmals den Kürzeren zog. „Ich habe in dieser Partie ein Queque mit einem neuen Oberteil benutzt und mich damit nicht wohl gefühlt. Nachdem ich das Oberteil gewechselt hatte, lief es wesentlich besser.“
Zum Sieg reichte es trotzdem nicht. Doch damit war Hohmann nicht allein. An diesem Spieltag unterlagen neben dem Fuldaer noch vier weitere ehemalige 9-Ball-Weltmeister, unter ihnen auch die beiden Deutschen Ralf Souquet und Oliver Ortmann, sowie der amtierende Titelverteidiger Niels Feijen aus den Niederlanden.

Damit ging es bereits im letzten Gruppenspiel um alles oder nichts für den Fuldaer. Und der Gegner war erneut keine Laufkundschaft. Francisco Diaz-Pizarro ist amtierender Europameister im 9-Ball, Vize-Europameister im 10-Ball und EM-Dritter im 14.1.
Thorsten Hohmann startete gut in die Partie und ging mit 3:2 in Führung. Bis zum Ende des Spiel gewann er jedoch nur noch einen Durchgang und unterlag letztlich deutlich mit 4:9. „Mein Gegner hat ein paar sehr gute Bälle gespielt, ich dagegen habe meine schwierigen Bälle leider nicht versenkt“, so Hohmann kurz nach seinem Ausscheiden. Und er gibt einen Einblick in die Gedankenwelt eines Weltklassespielers vor dem ein oder anderen grenzwertigen Stoß: „Ich muss beachten, wohin die weiße Kugel nach meinem Stoß fällt. Spiele ich sie ohne Effet, rollt sie zu weit weg. Spiele ich sie mit Effet, liegt sie zu nah an der Bande. Mir gehen vor jedem Stoß viele Gedanken durch den Kopf und ich wäge die verschiedenen Möglichkeiten ab.“

Neben Hohmann schied in Oliver Ortmann ein zweiter ehemaliger 9-Ball-Weltmeister aus Deutschland nach der Gruppenphase aus. Auch Titelverteidiger Niels Feijen schaffte es nicht unter die besten 64 Spieler und musste vorzeitig nach Hause fahren. Lediglich Ralf Souquet hat als einziger Deutscher die Runde der besten 64 erreicht.

Während also viele Europäer die Heimreise antreten, dominieren einmal mehr die Asiaten. Unter den besten 64 Akteuren sind neun von den Philippinen, acht aus Taiwan, sechs aus China und vier aus Japan.

Oliver Ortmann, Thorsten Hohmann, Ralf Souquet, 2015

Drei deutsche Ex-Weltmeister im 9-Ball: Oliver Ortmann, Thorsten Hohmann und Ralf Souquet (von links). Foto: Thorsten Hohmann

 

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