Tischtennis
Gelungene Titelfeier für Borussia Düsseldorf Von TOWIU, 08.06.2009Tischtennis * Deutsche Tischtennis-Liga: Meinungen zum Finalrückspiel
Borussia Düsseldorf ist Deutscher Meister 2008/09 und zum 22. Mal nationaler Titelträger. In einem sportlich bedeutungslosen, jedoch äußerst stimmungsvollen Rückspiel boten die Rheinländer und Finalist Ochsenhausen am Sonntag 2.400 begeisterten Zuschauern im Burg-Wächter Castello nochmals schönes Tischtennis von hohem Unterhaltungswert.
Eine gelungene Präsentation sowie eine emotionale Meisterehrung mit pfiffigen Effekten machten das Ganze zu einem Tischtennisevent erster Güte. Der 3:2-Erfolg von Boll & Co. war dabei eher nebensächlich. Diverse Stimmen zum Spiel sollen einen Eindruck vom Geschehen vermitteln.
Marcos Freitas: “Ich bin sehr zufrieden: zum einen haben wir die Champions League und die Meisterschaft gewonnen, zum anderen konnten wir nochmal vor einem tollen Publikum frei und ohne allzu großen Druck aufspielen. Ich bin auch glücklich, dass Dima und ich das letzte Doppel noch gewinnen konnten. Wir trainieren hart und bereiten uns praktisch 24 Stunden am Tag auf die Spiele vor, da will natürlich keiner verlieren, wenn er am Tisch steht. So ein Sieg ist immer für etwas gut, auch wenn die Entscheidung vorher schon gefallen ist. Jetzt ist erst Feiern angesagt, dann möchte ich in Urlaub fahren, der letztes Jahr durch die Olympischen Spiele ausgefallen ist. Und wenn ich mich dann wieder richtig frisch fühle, geht es los mit der Vorbereitung auf die nächste Saison in Jülich. Ich hoffe sehr, dass ich dann wieder besser und erfolgreicher spielen werde.”
Timo Boll: “Natürlich bin ich glücklich über die beiden Titel und sehr zufrieden mit der Saison. Zu meiner Vertragsverlängerung kann ich sagen, dass es mehrere Angebote, vor allem aus dem Ausland, gegeben hat. Aber ich fühle mich in Düsseldorf einfach wohl und bin kein Tischtennis-Söldner, der alle ein oder zwei Jahre den Verein wechselt. Für mich ist Kontinuität ein wichtiger Bestandteil des Erfolgs.”
Hans Wilhelm Gäb (Ehrenpräsident DTTB, Verwaltungsratsvorsitzender Düsseldorf): “Mich hat natürlich vor allem begeistert, dass wir hier fast zweieinhalbtausend Zuschauer hatten. Wir haben gesehen, dass Tischtennis momentan einfach ‘in’ ist und dass man es auch als Unterhaltungsprogramm verkaufen kann, als Event, plus natürlich exzellentem Sport, wie wir ihn auch wieder gesehen haben. Dafür braucht man allerdings einen geeigneten Rahmen und sehr viel an Vorbereitung. Dann kann eine Begeisterung entstehen, wie wir sie auch aus Fußballstadien kennen. Diesmal haben es 2.400 Menschen in der Halle gesehen, wenn mehr Menschen es live sehen können, wird die Begeisterung weiter steigen.”
Volker Bouvain (Vizepräsident DTTB): “Die Präsentation war vorbildlich. Dafür steht Düsseldorf ja auch, ähnlich wie Ochsenhausen, die auch in dieser Hinsicht Hervorragendes geleistet haben. Da können sich alle ein Vorbild nehmen, in dieser Richtung sollten wir Tischtennis präsentieren. Die Spannung war natürlich reduziert, vielleicht haben wir deswegen besonders viele schöne Ballwechsel erlebt und viele lachende Gesichter. Aus der Ausgangsposition hat man absolut das Beste gemacht, dafür stehen auch fast 2.500 Zuschauer bei einem Spiel, in dem es eigentlich um nichts mehr ging.”
Wieland Speer (Ligasekretär DTTB): “Für mich war dieses Finale äußerst bemerkenswert. Ich kann mich kaum zurückerinnern, jemals im Tischtennis ein solch gut organisiertes und vorzüglich präsentiertes Finale erlebt zu haben. Durch diese Präsentation wurde ein neuer Weg beschritten. Ich hoffe, dass viele Vereine dem Beispiel von Borussia Düsseldorf folgen.”
Dr. Fritz Wienke (Präsident Düsseldorf): “Ich muss freimütig gestehen, dass ich im Vorhinein unruhig auf und ab gegangen bin und gedacht habe: hoffentlich bieten wir den Leuten nochmals schönen Sport und nichts ‘Ausgelutschtes’ oder Langweiliges nach dem feststehenden Titelgewinn. Ich freue mich sehr, dass es funktioniert hat. Es war guter, ansehnlicher Sport und rundum eine gelungene Veranstaltung mit schönem Rahmenprogramm vor einem sehr tischtenniskundigen, treuen Publikum, auf das wir hier in Düsseldorf besonders stolz sind.”
Reinhard Süß (Vater von Christian Süß): “Ich wusste von vorneherein, dass Christian nicht spielen würde, war also nicht überrascht, ihn diesmal ‘nur’ auf der Bank sitzen zu sehen. Es ist die ganze Saison über einfach super gelaufen, Sieg in der Champions League, Meisterschaft gewonnen, die tolle Feier jetzt hier - ich bin also wirklich sehr, sehr zufrieden.”
Tatiana Ovtcharov (Mutter von Dimitrij Ovtcharov) “Etwas traurig war es schon, Dimitrij das letzte Mal hier spielen zu sehen. Er hatte zwei schöne, erfolgreiche Jahre hier und hat mit Düsseldorf alles gewonnen, die Champions League, zweimal die deutsche Meisterschaft, einmal den deutschen Pokal. Ich glaube, dass er auch ein bißchen traurig war. Vielleicht kehrt er ja eines Tages wieder zur Borussia zurück, möglich ist das auf jeden Fall. Aber er ist 20 Jahre alt und muss jetzt einfach mal etwas ausprobieren.”
Quelle: DTTL-Pressedienst
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