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Tischtennis

Ochsenhausen klopft ans Tor zum Finale Von TOWIU, 20.05.2009

Tischtennis * Deutsche Tischtennis-Liga: Schwabenderby, 4. Auflage

DTTL LogoAm Freitag wird der zweite Finalteilnehmer im Kampf um die Deutsche Meisterschaft ermittelt - mit Champions-League-Sieger Borussia Düsseldorf steht der erste bereits fest. Bei der vierten Auflage des Schwabenderbys zwischen Frickenhausen/Würzburg und Ochsenhausen in dieser Saison benötigen die in der Abschlusstabelle der Punktrunde besser platzierten Oberschwaben nach dem 3:1-Hinspielerfolg lediglich ein gewonnenes Match, um in die beiden Endspiele um den “Platz an der Sonne” einzuziehen, die am 31. Mai und 7. Juni stattfinden.

Doch manchmal ist es ein langer, beschwerlicher Weg, einen greifbar erscheinenden Erfolg tatsächlich zur Realität werden zu lassen. Sollte Bastian Steger und Kollegen kein 3:0-Kantersieg gelingen, wäre es zudem das Abschiedsspiel für den ausscheidenden Manager Christoph Reuhl. Die zweite Partie zwischen Düsseldorf und Fulda findet am Sonntag um 13 Uhr statt.

Eigentlich spricht sehr Vieles für die Johanson-Truppe, die monatelang überragendes Tischtennis ablieferte und lediglich am vergangenen Sonntag im Finalrückspiel der Königsklasse in den hochkonzentrierten Düsseldorfern, die bestechend stark spielten, ihren Meister fand. Andererseits ist der psychologische Faktor stets von überragender Bedeutung, zumal wenn Teams auf Augenhöhe aufeinander treffen - und der “Tälesklub” aus dem Neuffener Tal war schließlich inoffizieller Herbstmeister der DTTL und hat mit dem 18-jährigen Japaner Kenta Matsudaira das vielleicht größte Talent im internationalen Tischtennissport in seinen Reihen. Frickenhausen weiß ein Lied davon zu singen, was fehlende Nervenstärke bewirken kann. Immerhin hat man mit dem kleinen China-Kroaten Tan Rui Wu den nervlich sicher labilsten Akteur der DTTL im Kader, der einer Vorrunde auf Weltklasseniveau eine oberligareife Rückserie folgen ließ. Nach einer Armverletzung riss der Faden des sympathischen Linkshänders komplett - 1:10 lautet Tans Bilanz seitdem.

Und der Gast aus Oberschwaben hat immerhin ein mittelschweres Schockerlebnis zu verkraften. Wer Chuang, Crisan, Apolonia und Gerell am Sonntag bei der Champions-League-Siegerehrung beobachtete, konnte gut nachvollziehen, welche Enttäuschung man nach dem grandiosen Hinspiel erlitten hatte. Vieles wird am Freitag davon abhängen, ob dies noch in den Köpfen herumspukt oder ob die TTF-Cracks das Drama von Biberach abschütteln und in der Sporthalle auf dem Berg frei aufspielen können. Die Antwort auf diese Frage werden sie nur am Tisch geben können, alles andere wäre bloße Spekulation.

Zudem haben wir es mit einem Derby zu tun, wie es immer für eine ganz eigene Story gut sein kann. Dennoch geht Ochsenhausen leicht favorisiert ins Rückspiel und ist - nach der ersten Partie am 15. Mai, in der für den letztjährigen Vizemeister nur Bastian Steger gegen Pär Gerell punkten konnte - klarer Favorit auf den Einzug ins Finale.

Es könnte das Abschiedsspiel für TTC-Manager Christoph Reuhl werden, der nach sechsjähriger Erfolgsstory mit zwei Deutschen Meistertiteln, einem ETTU-Cup-Gewinn und einem nationalen Pokalsieg aus dem Tischtennismanagement aussteigt. Reuhl, der stets eine feine Nase für die “richtigen”, ins Neuffener Tal passenden Spieler - von Ma Wenge über Bastian Steger bis zu Kenta Matsudaira - hatte, wird künftig freilich kein beschauliches Leben als Privatier führen, sondern als Mitinhaber einer Agentur für Vereine, die auch einzelne Sportler vermarktet, auf Tuchfühlung zur Sportszene bleiben. Dennoch ist es dem langjährigen Vorsitzenden des Ligaausschusses nach gesundheitlichen Problemen im vergangenen Jahr wichtig, beruflich künftig mit stärker angezogener Handbremse zu agieren und mehr Zeit im Kreis seiner Familie verbringen zu können. Zudem möchte der vielseitig interessierte gebürtige Hesse ab Saisonende mehr Muße für Hobbys haben, als es eine nervenaufreibende Managerposition in der DTTL gemeinhin zulässt.

Seine Mannschaft hat den fünften Finaleinzug in Folge noch nicht völlig abgeschrieben und wird vor lautstarker Kulisse verbissen um ihre letzte Chance fighten. Tan, Matsudaira, Steger und Baum jedenfalls würden ihrem verdienten Manager nur zu gerne noch zwei weitere aufregende Partien vor dem einstweiligen Tischtennis-Ruhestand “einbrocken”. Nicht auszuschließen ist, dass der nach Grenzau wechselnde Jungnationalspieler Patrick Baum anstelle des so glücklosen Tan Rui am Freitag zum Einsatz kommt.

TTC-Präsident Rolf Wohlhaupter-Hermann gibt die Hoffnung längst noch nicht auf: „Wir werden im Rückspiel nochmals alles geben und versuchen, das fast Unmögliche wahr zu machen.” Auch Trainer Jian Xin Qiu wirft die Flinte nicht ins Korn: “Wir haben nach der 3:1-Niederlage noch eine kleine Chance, die wir auf jeden Fall nutzen wollen. Wir wollen unseren Fans nochmals Spitzentischtennis bieten, schöne Spiele zeigen und werden alles geben, um doch noch ins Finale einziehen zu können.”

Gäste-Präsident Rainer Ihle rechnet trotz des scheinbar beruhigenden Polsters mit einer echten Herausforderung: „Das wird kein Selbstläufer. Wir müssen nochmals 150 Prozent konzentriert sein, dann werden wir das Finale erreichen.” Trainer Anders Johansson sieht sein Team nicht in der Favoritenrolle: “Für mich sind die Chancen weiterhin 50:50. Wir müssen gegen eine Mannschaft auf etwa demselben Niveau antreten, die den Heimvorteil hat. Das wird sicher nicht einfach.”

Quelle: DTTL-Pressedienst

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