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Tischtennis

3:0 – Borussia Düsseldorf besteigt Europas Thron Von TOWIU, 17.05.2009

Tischtennis * Champions League: Erfolg im Finalrückspiel

European Champions League Tischtennis LogoBorussia Düsseldorf ist die neue Nummer eins in Europa! Vor 2.200 Zuschauern lief es in Biberach vom ersten Ballwechsel an optimal für den deutschen Rekordchampion im Finalrückspiel der europäischen Königsklasse bei TTF Liebherr Ochsenhausen.

Die im Hinspiel noch mit 2:3 unterlegenen Rheinländer spielten wie aus einem Guss, auf den Punkt topfit und hochkonzentriert. Wie schon am Freitag in Fulda ließen Ovtcharov, Boll und Süß ihren Gegnern jeweils nur einen Satz und unterstrichen damit ihre Ausnahmestellung im europäischen Tischtennissport.

Mit Zusatztribünen war in der Paul-Heckmann-Kreissporthalle im BSZ ein von allen Seiten mit Zuschauerrängen umgebener, echter Centre Court entstanden. Maximal 2.400 Menschen bot die “umgestylte” Halle Platz, 2.200 waren erschienen und sorgten für eine würdige Kulisse. Bis auf die 40 Düsseldorfer Schlachtenbummler drückten sie natürlich den TTF die Daumen bei dem Versuch, der mit der deutschen Nationalmannschaft identischen Borussia erneut Paroli zu bieten. Doch es blieb beim Versuch, die Borussia war an diesem Tag einfach zu stark und gab sich nicht die geringste Blöße.

Beide Teams versuchten ihr Glück exakt in derselben Aufstellung wie im Hinspiel: der Gastgeber trat in der Formation Chuang, Crisan, Apolonia an, Düsseldorf stellte Boll, Ovtcharov und Süß dagegen.

Der Gast lag nach den ersten beiden Matches bereits vorentscheidend mit 2:0 in Führung. Zunächst besiegte ein wie entfesselt aufspielender Dimitrij Ovtcharov überraschend den Weltranglistenzwölften Chuang Chih-Yuan in vier Sätzen. “Dima” kämpfte sich - nach mit 15:13 gewonnenem ersten Satz - immer besser in das Match hinein, während Chuang zunehmend mit den Nerven zu kämpfen hatte und am Ende seinem jungen Kontrahenten gratulieren musste. Dies war erst die zweite Niederlage des Taiwanesen in der ECL, der mit einer 16:2-Bilanz erfolgreichster Spieler des Wettbewerbs vor Timo Boll (13:2) wurde.

Nach der Niederlage des TTF-Hoffnungsträgers Nummer eins lastete natürlich ein immenser Druck auf der gesamten Mannschaft, die fortan mit dem Rücken zur Wand stand. Der Weltranglistenvierte Boll legte nach - gegen den Rumänen Adrian Crisan gab er zwar den ersten Satz ab, kam dann aber immer besser ins Spiel und gewann die drei folgenden Durchgänge mit 11:7, 11:3, 11:8.

Mit Siebenmeilenstiefeln steuerte die Borussia auf den 50. Titel der Vereinsgeschichte zu. Christian Süß machte den sprichwörtlichen Sack zu. Sein 3:1 über Tiago Apolonia nach überzeugender Leistung, spielerisch wie kämpferisch, besiegelte nach insgesamt zweistündiger Spieldauer den zweiten Sieg des deutschen Rekordmeisters in der europäischen Königsklasse nach 1999/2000.

Zum ersten Mal in der elfjährigen Geschichte des Wettbewerbs wurde der Sieger in einem rein deutschen Finale ermittelt, zum vierten Mal gewann eine Bundesliga-Mannschaft die begehrteste Trophäe des Kontinents. 2004/05 und 2005/06 hatte sich der TTV Gönnern in die Siegerliste eintragen können. Damals war Timo Boll Spitzenspieler der Hessen, der nunmehr bereits dreimal in der Champions League ganz oben auf dem Treppchen stand.

Der neuen Nummer zwei Europas aus Ochsenhausen bleibt der momentan eher schwache Trost, wahrscheinlich in kürze zwei weitere Endspiele gegen Boll & Co. bestreiten zu können - Gelegenheit zur Revanche wäre in diesem Fall gegeben. Dennoch stand man noch nie so dicht vor dem Gewinn der europäischen Königsklasse und musste dennoch einem phänomenal aufspielenden Gegner zum verdienten Erfolg gratulieren. Auch wenn - gerade im Profisport - der “zweite Sieger” doch eher der erste Verlierer ist, muss man den Hut ziehen vor dem, was die Mannschaft aus Ochsenhausen in dieser Saison bereits geleistet hat. Und die Tischtennisfreunde aus dem idyllischen Oberschwaben könnten ja noch ein “Sahnehäubchen” draufsetzen.

Stimmen zum Spiel

Andreas Preuss Borussia DuesseldorfAndreas Preuß, (Manager Düsseldorf): “Wir feiern heute ‘goldene Hochzeit’ und sind überglücklich. Großes Kompliment an Ochsenhausen. Was die hier auf die Beine gestellt haben, super.”

Dirk Wagner (Trainer Düsseldorf): “Heute haben wir nicht viel falsch gemacht. Jeder unserer Spieler war heute ein kleines bisschen besser als sein Gegner. Wir haben immer an unsere Chance geglaubt und waren sehr gut vorbereitet.”

Timo Boll: “Dimitrijs Sieg war der Knackpunkt. Er hat uns in Führung gebracht und das war der Unterschied zum Hinspiel. Für mich persönlich ist dieser Titel eine kleine Wiedergutmachung dafür, dass ich die WM in Japan verpasst habe.”

Christian Süß: “Wir waren nach der Hinspielniederlage schon ein bisschen angeknockt und hatten großen Respekt vor den TTF. Knackpunkt war sicherlich der Sieg von ‘Dima’ gegen Chuang. Wir hatten heute auch das nötige Quäntchen Glück. Es ist ein absolut tolles Gefühl, in so einer Partie den Sack zumachen zu dürfen!”

Dimitrij Ovtcharov: “Heute hat einfach alles traumhaft bei mir gepasst, das war einfach mein Tag. Schon beim Einspielen habe ich gespürt, dass ich richtig gut drauf war. Ich freue mich sehr, dass ich mit meinem Sieg gegen Chuang der Borussia den Weg zum Titelgewinn ebnen konnte.”

Rainer Ihle (Präsident Ochsenhausen): Gratulation an Düsseldorf. Sie waren heute einfach die bessere Mannschaft. Aber auch Hut ab vor unserem Team. Natürlich ist es schade, aber wir werden wieder angreifen. Schon in zwei Wochen - vorausgesetzt wir kommen in Frickenhausen weiter - werden wir im Finale um die Deutsche Meisterschaft auf Düsseldorf treffen.”

Kristijan Pejinovic (Generalmanager Ochsenhausen): “Ich bin stolz und glücklich, zu einem Klub zu gehören, der nunmehr die Nummer zwei Europas ist und die Champions League bereichert hat. Heute haben wir gesehen, wie großartig dieser Sport ist, aber auch wie grausam er sein kann.”

Benno Neumüller (Geschäftsführer contenthouse GmbH): “Wir haben ein großes Finale erlebt mit zwei deutschen Mannschaften. Das hat gezeigt, dass auch in der Königsklasse Europas die Deutsche Tischtennis Liga ganz vorne ist. Dieses Ereignis hat das Interesse der öffentlichen-rechtlichen Sender ARD und ZDF, aber auch diverser privater Formate erweckt. Wir haben die wahrscheinlich beste Verbreitung seit der WM von 1989 mit dem Weltmeistertitel von ‘Rossi’ und ‘Speedy’ im Doppel gehabt und bis zu 20 Millionen Haushalte erreicht. Dadurch war es ein großer Tag für den deutschen Tischtennissport und ein weiterer Schritt in die richtige Richtung für die DTTL.”

Quelle: DTTL-Pressedienst

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