Tischtennis
Die Liga boomt Von TOWIU, 26.04.2009Tischtennis * Deutsche Tischtennis-Liga: Rückblick auf die Punktrunde
“Klassenprimus” Borussia Düsseldorf, TTF Liebherr Ochsenhausen, TTC Müller Frickenhausen/Würzburg und TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell stehen in der Play-Off-Runde um die Deutsche Meisterschaft ab dem 15. Mai. Am 7. Juni wird der Champion gekürt. Einen Absteiger wird es nicht geben, auch Schlusslicht TTV Gönnern hält die Klasse.
Mit Aufsteiger 1.FC Saarbrücken erreicht die Liga 2009/10 voraussichtlich wieder die Sollstärke von zehn Mannschaften.
Chunang Chih-Yuan (Ochsenhausen) und Wang Xi (Fulda, beide 8:2) spielten eine überzeugende Rückrunde, ebenso Adrian Crisan (Ochsenhausen, 7:1) und Christian Süß (Düsseldorf), Trinko Keen (Bremen) und Bastian Steger (Frickenhausen/Würzburg, alle 7:2) sowie Fuldas “Oldie” Jan-Ove Waldner (6:2). Nicht alle hatten Grund zur Freude. Den Vogel schoss Tan Rui Wu (Frickenhausen/W.) ab: Vorrunde 9:1, Rückrunde 1:9!
Düsseldorfs Timo Boll (12:0) erreichte die beste Gesamtbilanz der Punktrunde, gefolgt von Adrian Crisan (15:5), Wang Xi (16:7), Chuang Chih-Yuan (14:6) und Bastian Steger (13:5). Entdeckung der Saison ist das japanische Megatalent Kenta Matsudaira (Frickenhausen/W.), der als 17-jähriger die Liga aufmischte (11:4).
Der ansprechende Zuschauerschnitt der Vorrunde (623) war in den Rückspielen nicht zu halten und verringerte sich auf 586 für Hin- und Rückserie zusammen. Das sind rund 50 Zuschauer pro Spiel weniger als 2007/08, aber immer noch etwas mehr als 2006/07. Der Durchschnittswert dürfte durch die sechs Play-Off-Matches nochmals deutlich nach oben gehen und könnte sich am Ende bei ca. 640 einpendeln. Das läge etwa auf dem Level der letzten Jahre.
Die höchste Besucherzahl wurde mit 2.500 im Vorrundenspiel zwischen Ochsenhausen und Düsseldorf in der Stuttgarter Porsche-Arena erzielt. Zum Saisonauftakt wollten 1.800 Menschen die Partie zwischen Düssseldorf und Maberzell sehen. Der beste Rückrundenbesuch wurde beim Match Düsseldorf - Frickenhausen/Würzburg registriert (1.350).
Zuschauerkrösus der DTTL bleibt Düsseldorf mit durchschnittlich 1.050 Besuchern pro Heimspiel, gefolgt von Ochsenhausen (915). Auch auswärts zogen Boll & Co. die meisten Menschen an (1.082). Insgesamt sahen 42.205 Zuschauer die 72 Spiele der Punktrunde.
“Outsourcing” ist nach wie vor ein angesagtes Thema. Klubs wie Düsseldorf, Ochsenhausen und Jülich verlegten Topspiele in moderne Eventhallen, unter anderem nach Stuttgart, Wangen oder Düren. Die Resonanz war durchweg vorzüglich, die Stimmung großartig. Fulda wird sein Play-Off-Heimspiel gegen Düsseldorf in der voluminösen, komfortablen Esperantohalle austragen. Das Beispiel des Pokal-Final-Four vor über 4.500 Menschen in der TUI-Arena in Hannover deutet an, was möglich ist.
Häufigstes Resultat war das 3:1 (30 Mal), gefolgt von 3:0 (23) und 3:2 (19). Heimrecht erwies sich nicht zwingend als Vorteil: 37 Heimerfolgen standen immerhin 35 Auswärtssiege gegenüber.
Das “DTTB-System”, das nun auch in der Joola European Nations League gespielt wird, hat seine Feuertaufe bestanden und viele packende Partien ermöglicht. Die Fokussierung auf ein Zentrum des Geschehens ist nicht nur zeitgemäß, sondern hat auch die Aufmerksamkeit des Publikums immens gesteigert. Außenseitersiege wie Bremens 3:0 in Düsseldorf, Gönnerns 3:1 in Bremen oder Fuldas 3:0 gegen die Borussia im letzten Punktspiel wurden durch das neue Spielsystem begünstigt, in dem taktische Aufstellungsvarianten und die Tagesform einen ganz hohen Stellenwert haben. Zudem wurde das Doppel - 19 Mal gespielt - erheblich aufgewertet, das nunmehr als absoluter Höhepunkt für die Entscheidung umkämpfter Partien sorgt.
Insgesamt wurden 9.491 Minuten meist hochklassigen Tischtennissports geboten, was einer durchschnittlichen Spieldauer von etwa 132 Minuten entspricht. In der DTTL wird somit ungefähr so lange gespielt wie bei einem DFB-Pokalspiel im Fußball mit Verlängerung und Elfmeterschießen - und das bei moderaten Eintrittspreisen.
Mit 230 Minuten, also fast vier Stunden reiner Spielzeit, dauerte die Rückrundenpartie zwischen Bremen und Düsseldorf am längsten. Zeitintensiv waren auch beide Begegnungen zwischen Plüderhausen und der Borussia (228 und 220 Minuten). Drei von 72 Spielen gingen im Eiltempo von rund 80 Minuten über die Bühne - sportliche “Kurzarbeit” steht also nur in seltenen Ausnahmefällen zu erwarten.
Das TUI DTTB Final Four um den Ligapokal wurde am 27. Dezember erstmals in einer großen, modernen Eventhalle ausgetragen, der TUI-Arena in Hannover, und mit einem 90-Minuten-Konzert der angesagten Popgruppe Ich + Ich garniert. Vor mehr als 4.500 begeisterten Zuschauern endete das Turnier mit dem Sensationssieg des SV Plüderhausen.
Und die Schwaben um Leitfigur “King Kara”, deren gelbe Pokalsieger-Shirts zum Kultobjekt der Saison wurden, setzten noch einen drauf und holten den ETTU-Cup dank einer phänomenalen Leistung im Finalrückspiel bei Victoria Moskau zum dritten Mal in der Klubgeschichte ins “Ländle”.
Der internationale Siegeszug der DTTL setzte sich in der Champions League fort: durch den Finaleinzug von Düsseldorf, das unter anderem die Renommierklubs Cajagranada und Charleroi aus dem Rennen warf, und Ochsenhausen, das zuletzt über Hennebont mit Ryu und Kreanga triumphierte, gehen sämtliche Titel in den europäischen Teamwettbewerben 2008/09 nach Deutschland!
Es war lange nicht mehr so eindeutig wie jetzt, dass die DTTL/Bundesliga die mit Abstand stärkste Liga des Kontinents ist. Der “Angriff” der Topligen Spaniens, Frankreichs oder Russlands wurde souverän abgewehrt.
Die Topspiele des deutschen Tischtennis-Oberhauses wurden nie zuvor von annähend so vielen Menschen gesehen. Hunderttausende in Deutschland und in aller Welt verfolgten jedes der bisherigen 18 TV-Spiele im Internet-Livestream und/oder am Fernsehschirm. Die Highlight-Zusammenfassungen im DSF hatten zuletzt regelmäßig zwischen 200.000 und 240.000 Zuschauer. Die DTTL wird inzwischen bis nach China ausgestrahlt bei einer Reichweite von über 100 Millionen Haushalten. Die High-Tech-Übertragungen durch den Ligapartner contenthouse GmbH haben einen neuen Qualitätsstandard geschaffen. Ausrüster-Branchenriese Butterfly konnte unlängst als Premium-Partner gewonnen werden.
Nach der WM in Japan richtet sich der Fokus der Tischtennisfans erneut auf die DTTL und die Champions League, in denen die Entscheidungsphasen anstehen. Der deutsche Tischtennis-Thriller 2008/09 ist längst noch nicht beendet und biegt unmittelbar nach Yokohama in die Zielgerade ein.
Es gibt noch viel zu tun, jedoch befindet sich die DTTL auf einem Erfolg versprechenden Kurs und ist auf dem besten Weg, nicht nur zum unverzichtbaren Bestandteil des deutschen Topsports zu avancieren, sondern als solcher endlich auch allgemein wahrgenommen zu werden. Wir alle sind “mittendrin, statt nur dabei” und können die Aufbruchstimmung hautnah erleben.
Quelle: DTTL-Pressedienst
- E-Mail an TOWIU schreiben
- Mehr Artikel von TOWIU
- Kommentare per RSS 2.0 verfolgen
- Artikel kommentieren
- Trackback setzen.





