Tischtennis
Werder gewinnt den Krimi gegen Jülich Von TOWIU, 05.04.2009Tischtennis * Deutsche Tischtennis-Liga: Knapper 3:2-Erfolg der Bremer
In Bremen entwickelte sich das “Endspiel um Platz 7″ zu einem 170-Minuten-Krimi: die Jülicher Pausenführung durch Paul Drinkhall und Taku Takakiwa konnten Lars Hielscher und Seiya Kishikawa im zweiten Durchgang egalisieren. Somit musste das Doppel entscheiden, wer die Halle als Sieger verlassen würde.
Dort setzte sich das Werder-Duo Keen/Hielscher im Entscheidungssatz gegen die Jülicher Roßkopf/Drinkhall durch. Die Norddeutschen eroberten damit den siebten Tabellenplatz zurück, von dem sie durch die Herzogstädter am Spieltag zuvor verdrängt worden waren.
Jülichs Chef Arnold Beginn hatte angekündigt, dass sich seine Truppe nochmals voll hineinhängen würde - der Mann sollte Recht behalten. Obwohl es eigentlich um nicht mehr allzu viel ging, entwickelte sich im Sportturm der Bremer Universität nämlich ein dramatisches Match mit guten Ballwechseln. Und der Gast aus dem Westen legte los wie die Feuerwehr und ging bis zur Pause mit 2:0 in Führung: Paul Drinkhall hatte den Japaner Seiya Kishikawa 3:2 bezwungen, anschließend war dem künftigen Bremer Taku Takakiwa im Krimi gegen den Niederländer Trinko Keen mit 11:4, 10:12, 13:11, 9:11 und 12:10 ebenfalls ein Sieg gelungen. Ein beherzt kämpfender SV Werder drehte die Partie der beiden Vereine, bei denen jeweils drei Spieler zum Saisonende ausscheiden, jedoch noch.
Zunächst konnte Lars Hielscher “Mister Tischtennis” Jörg Rosskopf 3:0 bezwingen, danach war der künftige Düsseldorfer Seiya Kishikawa an der Reihe, der sich gegen seinen Landsmann Takakiwa in vier Sätzen behauptete. Im entscheidenden Doppel bewies die Werder-Formation Keen/Hielscher trotz zweimaligen Satzrückstandes den längeren Atem und setzte sich mit 7:11, 11:7, 9:11, 11:8 und 11:2 gegen die Jülicher Roßkopf/Drinkhall durch.
Jülich empfängt bereits am kommenden Dienstag Ligaprimus Düsseldorf zum Westderby, Bremen bestreitet am 19. April in Plüderhausen das letzte Saisonspiel.
Stimmen zum Spiel
Cristian Tamas (Trainer Bremen): “Es war noch mal richtig spannend heute, ein wirklich sehenswertes Spiel. Und es war ein sehr emotionales Spiel. Drei unserer Spieler verlassen uns, Spieler, die uns ans Herz gewachsen sind. Zwei waren heute im Einsatz, für sie war es das letzte Heimspiel in Bremen. Sie wollten zum Abschied unbedingt gewinnen und haben das mit viel Willenskraft schließlich auch geschafft.”
Trinko Keen (Bremen): “Gegen Taku Takakiwa war es ein altmodisches Tischtennismatch im besten Sinne mit langen Ballwechseln. Er hat das glücklichere Ende auf seiner Seite gehabt, aber auch toll gespielt. Schade war es für mich, hier in Bremen im letzten Einzel zu Hause nach einer tollen Serie zu verlieren, aber im Doppel mit Lars Hielscher habe ich am Ende noch mal richtig Gas gegeben und das Spiel noch umgebogen. Wir wollten hier nicht mit einer Niederlage rausgehen und haben dem Publikum noch mal eine Freude gemacht und gezeigt, dass es Spaß macht, hier zu spielen. Wo ich nächste Saison spielen werde, ist noch nicht entschieden, die Entscheidung fällt aber sehr bald.”
Jörg Rosskopf (Jülich): “Es war nochmals ein gutes Spiel mit schönen Ballwechseln und auch richtig spannend. Bremen hat einen 0:2-Rückstand wettgemacht, was für uns natürlich nicht erfreulich ist. Dennoch haben wir uns heute teuer verkauft. Es steht jetzt fest, wo ich nächste Saison spielen werde. Ich werde es sehr bald bekannt geben.”
Paul Drinkhall (Jülich): “Es war insgesamt ein gutes Match und mit meinem Spiel gegen Kishikawa kann ich auch zufrieden sein. Ich habe sehr gut gegen ihn gespielt und war auch im Kopf gut. Ich war locker und nicht verkrampft. Normalerweise kann ich nicht unbedingt damit rechnen, ihn zu schlagen. Da muss ich wirklich schon so gut drauf sein wie eben heute. Wir hatten auch im Doppel unsere Chancen, das gesamte Match zu gewinnen, allerdings sind unsere Gegner immer besser ins Spiel gekommen und es wurde gegen Ende immer schwerer, Punkte gegen sie zu machen.”
Quelle: DTTL-Pressedienst
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