Rock'n'Roll
Corvus Corax – die Könige der Spielleute im „Kreuz“ Von Joachim Herbert, 26.02.2009Konzert * Review: Corvus Corax @ „Kreuz“, Fulda, Germany
Das “Kreuz” zu Fulda gab sich die Ehre, lud ein und alle kamen. Vorneweg die Herren Spielleute von Corvus Corax, dahinter das Gefolge der Anhänger, sprich Fans. Und sie sollten ihr Kommen nicht bereuen.
Gut gefüllt war der Saal im „Kreuz“, als die Mittelalter-Musiker aufspielten, denn wie keine andere Musikgruppe schaffen es Corvus Corax, die überlieferten Melodien und Texte mittelalterlicher Spielleute wieder zu beleben und heute, teilweise über 1000 Jahre später, das Publikum damit erneut in ihren Bann zu ziehen und nicht selten zum Tanzen zu bewegen.
Viele stellen sich das Mittelalter eher düster vor und musikalisch wird diese Zeit häufig mit den Gregorianischen Chorälen verbunden, die schön aber nicht minder schwermütig im Klang sind. Doch es gab natürlich, wie zu allen Zeiten, auch damals genug Menschen, die Spaß am Leben, dem Tanz und der Musik hatten.
Corvus Corax entführten die Fans auch heute Abend in diese unbekannte und erstaunliche Welt voller Mystik und rauer Lebensfreude. Fast greifbar war das Bild, das die Interpretation mittelalterlicher Musik durch Corvus Corax erzeugte. Menschen, die zusammensitzen, feiern, Met trinken und der Musik der fahrenden Spielleute und ihren seltsamen Geschichten aus fremden Ländern lauschen.
1989 standen die Begründer der Band erstmals unter dem Namen Corvus Corax auf der Bühne und legten mit ihrer eigenwilligen Interpretation mittelalterlicher Melodien nicht nur den Grundstein für die eigene unglaubliche Bandgeschichte. Es war auch der Anfang einer völlig neuen Musikrichtung, die inzwischen weltweit eine aktive Mittelalter-Szene hervorgebracht und inspiriert hat.
Schon in den ersten Jahren stießen drei weitere Spielleute zur Gruppe und als sich 1992 die Stammbesetzung endgültig formiert hatte war der Name Corvus Corax bereits über die Mittelalter-Szene hinaus international ein Begriff.
Die Dudelsäcke sind das Markenzeichen der Band, aber das Instrumentarium umfasst unter anderem auch Schalmeien, Drehleier, Trummscheit, Businen, Flöten, Sister und nicht zuletzt eine Vielzahl von Trommeln und Pauken.
All die Jahre haben die Musiker von Corvus Corax die vereinzelt überlieferten Melodien mittelalterlicher Spielmannsmusik in Bibliotheken aufgestöbert und kühn bearbeitet, das Leben der Spielleute studiert und selbst nachgelebt, die alten Instrumente in der eigenen Werkstatt rekonstruiert und mit spielpraktischen Erfahrungen weiterentwickelt.
Direkt von der Straße aus eroberte Corvus Corax nun in kurzer Zeit die Bühnen der Welt: von mittelalterlichen Märkten und Ritterturnieren über Konzerthallen und Festivals bis zu Kirchen und Theatersälen. Überall auf ihren Konzerten in Europa und in Übersee begeisterten sie ihr Publikum mit ihrem neuartigen Musikstil.
Nachdem Corvus Corax in Zusammenarbeit mit dem Babelsberger Filmorchester und dem Passionata Chor das Publikum 2008 mit ihrem grandiosen Orchesterwerk „Cantus Buranus II“ begeisterten und einen Brückenschlag von mittelalterlicher Musik über Klassik bis in die Moderne schafften, sind die 8 Musiker von Corvus Corax nun – im Frühjahr 2009 – wieder „Solo“ mit ihrer mitreißenden mittelalterlichen Musik auf der Bühne zu erleben.
„Venus Vina Musica“ - was das Leben lebenswert macht ist „Lust, Wein und Musik“! Für „Venus“ und „Vina“ muss ein jeder selber sorgen – die „Musica“ kommt dazu von Corvus Corax, den Königen der Spielleute! So auch heute Abend in Fulda.
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