Handball
Titelgewinn kein “One-Hit-Wonder” Von Joachim Herbert, 08.01.2009Interview * Pascal Hens: Deutschland nicht in Favoritenrolle
Pascal Hens ist einer der Führungsspieler der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Kroatien und mit 156 Länderspielen und 460 erzielten Toren der erfahrenste Akteur im deutschen Kader. Im Vorfeld des Turniers nimmt „Pommes“ gegenüber der TOWIU-Redaktion Stellung zu den Chancen des deutschen Teams auf eine Titelverteidigung, zu seiner langen Verletzung und zur Position des Leitwolfs.
TOWIU: Was kann die deutsche Nationalmannschaft bei dieser Weltmeisterschaft erreichen?
Pascal Hens: Wir wissen, dass alles möglich ist. Wir wissen aber auch, dass dieses Turnier ganz schnell vorbei sein kann. Deutschland startet sicher nicht als der große Favorit, das ist für mich Kroatien, denn die haben ein Weltklasseteam.
TOWIU: Wie groß ist der Druck, der auf Ihnen lastet? Schließlich sind Sie einer der Führungsspieler.
Pascal Hens: Druck gibt’s für mich nicht, auch wenn ich mehr ein Leader bin denn je. Was den Druck auf die Mannschaft und die Titelverteidigung anbelangt: Über vergangene Turniere wird wenig gesprochen. Alle freuen sich darauf, dass es losgeht.
TOWIU: Vor zwei Jahren gab es das “Projekt Gold”. Gibt es so etwas auch in Bezug auf diese WM? Und wie oft haben Sie sich die DVD zum Titelgewinn angeschaut?
Pascal Hens: Ich glaube, die DVD habe ich nur einmal angeschaut. Das war eine ganz andere Mannschaft, jetzt haben wir viele junge Leute.
Im eigenen Land die Weltmeisterschaft zu gewinnen, ist das Größte. In Kroatien wollen wir zeigen, dass es kein „One-Hit-Wonder“ war. Wir haben allerdings eine schwere und ausgeglichene Gruppe und im Turnier habe ich großen Respekt vor Frankreich, Polen und Dänemark. In unserer Gruppe müssen wir auch Mazedonien beachten, denn die haben den Olympiazweiten Island geschlagen und deshalb ist Island bei dieser WM nicht dabei.
TOWIU: Was haben Sie persönlich sich für diese WM vorgenommen?
Pascal Hens: Nach meiner langen Verletzung habe ich Anlaufprobleme und spüre mein Knie immer noch. Mein größter Wunsch ist, dass ich mich voll auf Handball konzentrieren kann. Wenn ich schmerzfrei in ein Spiel gehen kann, kann ich natürlich viel befreiter aufspielen.
TOWIU: Sie sind einer der Führungsspieler in der deutschen Mannschaft. Wie wichtig ist ein Leitwolf in einem Team?
Pascal Hens: In einer Mannschaft muss eine Hierarchie herrschen. Die unerfahrenen Spieler schauen auf zu uns und unsere Aufgabe ist es, das Team zu führen. Wir sind jedenfalls eine homogene und lustige Truppe, die schwere Situationen zusammen meistert.
TOWIU: Wie erfahren Sie etwas über Stärken und Schwächen Ihrer Gegner? Werden viele Videos angeschaut?
Pascal Hens: Ja, wir sehen uns viele Videos an, um die Gegner und ihre Spielweise kennen zu lernen.
TOWIU: Haben Sie einen Glücksbringer, den Sie mit zur WM nehmen?
Pascal Hens: Nein, nur Rituale, die man immer gleich macht. Aber darüber spricht man nicht.
- E-Mail an Joachim Herbert schreiben
- Mehr Artikel von Joachim Herbert
- Kommentare per RSS 2.0 verfolgen
- Artikel kommentieren
- Trackback setzen.





