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Tischtennis

TTC Fulda-Maberzell gewinnt 3:0 beim Tabellenführer Von TOWIU, 14.12.2008

Tischtennis * Deutsche Tischtennis-Liga: Sensation in Frickenhausen

Fulda knüpfte bei Tabellenführer Frickenhausen/Würzburg da an, wo es zuletzt aufgehört hatte: Wang Xi setzte sich zunächst in fünf Sätzen gegen Bastian Steger zum 1:0 für das Team aus Osthessen durch. Der beim Gastgeber anstelle von Kenta Matsudaira zum Einsatz gekommene Patrick Baum unterlag anschließend Ikone Jan-Ove Waldner 0:3. Nach der Pause blieb es Robert Svensson vorbehalten, durch einen unerwarteten Dreisatzerfolg gegen Tan Rui Wu Fuldas großen Coup zu vollenden.

Trotz der Fuldaer Erfolgsbilanz der letzten Wochen hätte dies wohl kaum jemand für möglich gehalten. In eigener Halle wurde Klassenprimus Frickenhausen/Würzburg, mit dem Verfolger Düsseldorf nunmehr nach Minuspunkten gleichgezogen hat, mit der Höchststrafe bedacht. 450 Zuschauer staunten nicht schlecht, als sich das Waldner-Team “brutalstmöglich” für die klare Hinspielschlappe revanchierte. Damals hatten die Schwaben lediglich 78 Minuten reiner Spielzeit zum 3:0-Erfolg benötigt, diesmal dauerte es immerhin 95 Minuten, bis Fuldas Triumph feststand.

Allerdings war der Tabellenführer mit personellen Sorgen in die Partie gegangen: Spitzenspieler Tan Rui Wu war noch leicht angeschlagen, er laboriert noch immer an seiner Ellenbogenverletzung. Patrick Baum absolviert zurzeit einen Bundeswehrlehrgang und steht im Training nicht zur Verfügung. Kenta Matsudaira schließlich hatte an der Jugend-WM in Madrid teilgenommen und war erst am Vormittag zur Mannschaft gestoßen. Trainer Qiu hatte sich dann schweren Herzens dafür entschieden, dem bislang so erfolgreich agierenden 17-jährigen Japaner eine Pause zu gönnen. Man darf aber auch feststellen, dass der Auftritt von Wang Xi & Co. im Neuffener Tal schon bärenstark und mehr als bloß Play-Off-würdig war. Mit viel Biss und spielerischer Qualität nahmen die Mannen aus der Rhön konsequent jede Chance wahr, die sich ihnen bot.

Für die Schwaben geht die Welt nicht unter, man liegt mit 16:4 Punkten noch immer weit im grünen Bereich und führt die Tabelle zum Jahresende an. Allerdings hat der heutige Auftritt des eigenen Teams - natürlich gegen einen äußerst starken, hoch motivierten Gegner - die Weihnachtsvorfreude im Neuffener Tal doch ein klein wenig getrübt.

Fulda hingegen ist die Mannschaft der Stunde und nach dem bescheidenen Saisonstart mit 0:8 Punkten mittlerweile richtig in Fahrt gekommen. Von den letzten sechs Ligaspielen gewann man fünf. Als Tabellenvierter hat man die Play-Offs nunmehr fest im Visier - auch wenn dazu noch einige weitere Siege nötig sein werden, die man aber einem Team mit einem solchen Lauf durchaus zutrauen darf.

Stimmen zum Spiel

Christoph Reuhl (Manager Frickenhausen/Würzburg): “In der Form, wie wir uns heute präsentiert haben, war die Niederlage verdient. Fulda war die klar bessere Mannschaft, im ersten Spiel hatten wir durch Bastian Steger eine Chance. Bei einem Sieg wäre das Spiel wahrscheinlich aus psychologischer Sicht besser gelaufen. Wir hatten heute nicht den Kampfgeist, der uns die ganze Saison ausgezeichnet hat. Jetzt muss der Trainer sehen, dass er die Mannschaft bis Freitag wieder fit bekommt und auch den Kampfgeist wieder weckt, so dass man in Niederösterreich wieder anders auftritt.”

Rolf Wohlhaupter-Hermann (Präsident Frickenhausen/Würzburg): “Der Sieg von Fulda ist klar verdient. Wie bereits in der letzten Runde, war es gegen Fulda auch diesmal wieder das schwächste Saisonspiel von uns. Die Voraussetzungen, mit denen wir in dieses Spiel gingen, waren schlecht. Matsudaira kehrte erst am Sonntag völlig entkräftet von der Jugend-WM in Madrid zurück und wurde daher vom Trainer nicht nominiert und auch Patrick Baum war nach seiner Bundeswehrübung und Trainingsrückstand nicht in bester Verfassung. Tan Rui Wu war nach dreiwöchiger Verletzungspause nicht in der Form, die man von ihm erwartet. Dazu kam, dass Bastian Steger trotz der 5:1-Führung den vierten Satz nicht gewinnen konnte und seinen Gegner dadurch für den fünften Satz aufgebaut hat.”

Claus-Dieter Schad (Vizepräsident Fulda): “Fulda hat wie von einem anderen Stern gespielt! Der Sieg geht auch in der Höhe voll in Ordnung. In dieser Form werden nur noch ganz wenige Mannschaften der DTTL gegen uns gewinnen können. Was unsere beiden neuen, Wang Xi und Robert Svensson, an Potenzial besitzen, wussten die Insider schon zu Saisonbeginn. Jan-Ove Waldner ist ohnehin ein unerklärliches Phänomen. Diese Mannschaft kann gegen jeden gewinnen! Wir orientieren uns nach oben.”

Michael Hodes (Vizepräsident Fulda): “Es klingt im Nachhinein immer etwas komisch, wenn man sagt, dass man es irgendwie gewusst hat, dass man ein Gefühl hatte, wenn sich eine Sensation anbahnt. Aber im Ernst, irgendwie wusste ich, dass wir am Sonntag zu einer Sensation fähig sein würden. Nach ein paar Jahren Tischtennis entwickelt man wohl so etwas wie einen sechsten Sinn. Es ist ein gutes Gefühl, wenn man jetzt merkt, dass es absolut richtig war, sich nicht verrückt zu machen, wenn es wie am Anfang nicht läuft. Alle im Vorstand haben sich vor die Mannschaft gestellt, trotz vielfältiger Anfeindungen und Bemerkungen - und die Mannschaft zahlt es jetzt zurück. Das ist ‘Balsam für die geschundene Seele’. Zum Abschluss in diesem Jahr greifen wir nun auch noch einmal in der Champions League an, vielleicht geht da ja auch noch was.”

Quelle: DTTL-Pressedienst

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