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Fußball

Kaiser fliegt in der Bundesliga Von Joachim Herbert, 27.07.2008

Fußball * Nachwuchs: Lauterbacher Keeper spielt bei Rot-Weiß Erfurt

Gute Torhüter sind in Osthessen keine Seltenheit und werden in jungen Jahren bereits von größeren Klubs abgeworben. Hendrik Hilpert aus Eiterfeld und Marcel Röder aus Künzell wechselten beide zum FC Carl Zeiss Jena, doch vor diesen beiden schlug der Lauterbacher Benedikt Kaiser bereits den Weg in Richtung Osten ein. Alle drei haben bei Judmir Meta die Kunst des Torwartspiels erlernt.

Während Hilpert und Röder in Metas Torwartschule Keepers Personality trainierten, hatte der ehemalige albanische Jugendnationaltorwart Benedikt Kaiser bereits in der Jugend von Borussia Fulda unter seinen Fittichen. Von dort aus wechselte der inzwischen Sechzehnjährige im Jahr 2006 zu Rot-Weiß Erfurt.
In diesen Tagen hatte Benedikt eine Woche „Heimaturlaub“ und war auch in dieser eigentlich fußballfreien Zeit auf dem Trainingsplatz in Eichenzell zu finden. Hier absolvierte er mit Judmir Meta spezifisches Torwarttraining.

In der kommenden Saison wird Benedikt im ersten Jahr in der A-Jugend spielen und wahrscheinlich im Bundesligateam der Thüringer stehen, das in der A-Junioren Bundesliga Nord/Nordost spielt. Los geht es am 17. August mit einem Heimspiel gegen Werder Bremen.
„Ich habe jetzt zwei Jahre B-Jugend-Bundesliga hinter mir und mein Vertrag in Erfurt ist für die zwei A-Jugend-Jahre verlängert worden. Da habe ich natürlich das Ziel, auch in der A-Junioren-Bundesliga zu spielen“, sagt Benedikt Kaiser. „Wir sind momentan drei Torhüter und es geht darum, unter die ersten zwei zu kommen.“ Denn diese beiden gehören zum Kader des Bundesligateams, während der dritte Keeper in der zweiten Mannschaft in der Landesliga Thüringen ran muss.

Der Lauterbacher blickt dieser Aufgabe positiv entgegen und ist selbstbewusst genug, sich den Platz im Tor der Erfurter zuzutrauen. Kein Wunder, denn als Schlussmann der Thüringenauswahl fährt er mit dem Landesteam im Oktober zum A2-Länderpokal, in dem alle Landesverbände eine Auswahl ihres jüngeren A-Jugend-Jahrgangs stellen. „Dort sind DFB-Trainer und Scouts von großen Vereinen, auch von ausländischen Klubs“, weiß Benedikt. „Dort will ich mich größeren Vereinen präsentieren“, sagt er selbstbewusst.

Mit dem Torwarttraining in Erfurt ist das so eine Sache, denn in der B-Jugend hatte Benedikt nur einmal pro Woche ein torwartspezifisches Training. Und auch in der kommenden Saison muss er sich selbst darum kümmern, sein Torwarttraining zu bekommen. „Das ist ein Nachteil im Vergleich zu meiner Zeit vor Erfurt“, bedauert Benedikt. Das Mannschaftstraining wird von Henry Fuchs und Ilia Gruev geleitet, doch beide sind ehemalige Feldspieler. Spezielle Einheiten mit den Torhütern werden zwar durchgeführt, die Tipps eines ehemaligen Keepers können sie jedoch nicht geben.

Seinen Schritt nach Erfurt im Alter von 15 Jahren hat Benedikt nie bereut. „Es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung, vor allem, weil ich in der höchsten Liga meiner Altersklasse spiele. Ich bin damals mit einem Mannschaftskollegen aus Fulda nach Erfurt und habe mir ein Zimmer mit ihm geteilt. Dadurch war es natürlich etwas einfacher.“
Auch von der Kameradschaft bei Rot-Weiß ist Benedikt angetan. „Wir haben viel Spaß im Team“, so seine positive Bilanz. Mit den Torwartkonkurrenten versteht er sich dagegen nur einigermaßen. „Die besten Freunde sind wir nicht, aber der Konkurrenzkampf ist sportlich und fair.“

Und wohin führt sein Weg, welches sind seine Ziele? „Derzeit liegt meine Priorität auf der Schule“, so Benedikt, der in Erfurt das Pierre-de-Coubertin-Gymnasium, eine Sport-Elite-Schule, besucht. „Ich will auf jeden Fall mein Abi machen und danach fußballerisch noch mehr angreifen“, sagt Benedikt, der die Zeit zuhause bei seiner Familie genießt. „Es ist ein schönes Gefühl, mal länger zu Hause zu sein. Und ich freue mich auch, dass es mit dem Training bei Judmir geklappt hat.“

Kräfte sammeln für die kommenden Aufgaben ist somit angesagt, denn auf den Lauterbacher wartet eine schwere Saison in der A-Junioren Bundesliga. Und vielleicht in Zukunft auch noch die ein oder andere höhere Aufgabe.

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