Fußball
Viel Ehrgeiz ist erforderlich Von Joachim Herbert, 31.01.2008Interview * Philipp Preßmann = Torwart im Fokus * Folge 7
Philipp Preßmann steht seit fünf Jahren im Tor des VfL Eiterfeld, mit dem er derzeit in der hessischen Landesliga Nord um den Klassenerhalt kämpft. In der Rückrunde will er mit seinem Verein die nötigen Punkte sammeln, um am Ende der Saison die Liga zu halten. Doch selbst wenn das gelingt ist es sehr unwahrscheinlich, dass Philipp auch in der kommenden Punktrunde im Kasten der Eiterfelder steht. Warum das so ist und welche Tipps er für ambitionierte Nachwuchskeeper hat, erzählt er uns im Interview.
TOWIU: Warum sind Sie Torwart geworden?
Philipp Preßmann: Ich war weder zu dick noch im Feld zu unbedarft, dass ich deshalb ins Tor gestellt wurde. Schon früher habe ich immer gerne hinten gespielt und alles von dort aus gesteuert. Ich stand von Anfang an im Tor und man sagt mir nach, dass ich als Torwart nicht so schlecht am Ball bin.
TOWIU: Was macht einen guten Torwart aus?
Philipp Preßmann: Ehrgeiz und auf jeden Fall Ruhe. Ein Torwart muss Ruhe ausstrahlen, um seiner Mannschaft Sicherheit zu geben.
TOWIU: Welches sind Ihre Stärken als Torwart?
Philipp Preßmann: Dass ich ganz gut mitspielen kann. Wie schon gesagt, am Ball bin ich nicht so schlecht.
TOWIU: Welche Tipps haben Sie für einen ambitionierten Nachwuchstorhüter?
Philipp Preßmann: Die jungen Keeper sollen immer dran bleiben und Rückschläge nicht persönlich nehmen. Ich habe in der Jugend Kreis- und Bezirksauswahl gespielt, danach war aber leider Schluss, weil der Verein dahinter gefehlt hat. Man braucht schon wahnsinnig viel Ehrgeiz, wenn man das Alles selbst machen will – deshalb ist es so wichtig, immer dran zu bleiben. Von Bedeutung ist in diesem Zusammenhang auch das Umfeld, das einen fördert und dem man vertrauen kann.
TOWIU: Wie sollte ein gutes Torwarttraining aussehen?
Philipp Preßmann: Das Training muss eine gewisse Struktur haben und die Übungen sollten individuell auf den Torwart abgestimmt sein.
TOWIU: Wer war Ihr bester Torwart-Trainer und warum?
Philipp Preßmann: Das war Bernd Streck zu Neukirchener Zeiten. Ich kam damals aus der Jugend heraus und er war der gestandene Torhüter, der aus Asbach kam und dort Oberliga gespielt hatte. Er hat mich selbstlos und unvoreingenommen gefördert.
TOWIU: Mit welchen Torwarthandschuhen spielen Sie?
Philipp Preßmann: Mit Handschuhen von Reusch.
TOWIU: Wie finden Sie es, dass es in Fulda die Torwartschule Keepers Personality gibt?
Philipp Preßmann: Ich finde es grundsätzlich gut, dass es eine solche Einrichtung gibt.
TOWIU: Worin sehen Sie die Vorteile für einen jungen Torhüter, wenn er in einer Torwartschule wie Keepers Personality trainieren kann?
Philipp Preßmann: Die jungen Keeper können sich weiter entwickeln, sie können individuell an ihren Stärken und Schwächen arbeiten und daraus ihren Nutzen ziehen.
TOWIU: In wenigen Wochen beginnt die Rückrunde und der VfL Eiterfeld kämpft derzeit gegen den Abstieg aus der Landesliga Nord. Wie wird die restliche Saison für ihren Verein verlaufen?
Philipp Preßmann: Die Mannschaft arbeitet gut und ich hoffe, dass wir die Kurve noch kriegen. Wir haben noch einige Nachholspiele und müssen eben ranklotzen. Angefangen haben wir diese Saison nicht schlecht, hatten dann einige Unentschieden und dadurch fehlen uns natürlich Punkte. Trotzdem: Hut ab vor der Mannschaft. Jeder hat sich weiter motiviert, die Stimmung war da und so ein Team darf einfach nicht absteigen. Ich bin guter Dinge, dass wir die Klasse halten.
TOWIU: Wie geht es mit Ihnen persönlich weiter? Werden Sie auch in der nächsten Saison im Eiterfelder Tor stehen?
Philipp Preßmann: Ich studiere in Bielefeld und bin inzwischen nach Nordrhein-Westfalen gezogen. Außerdem werde ich Mitte Februar Vater. Ich werde also die Rückrunde noch vernünftig zu Ende spielen, es ist aber eher unwahrscheinlich, dass ich in der nächsten Saison noch in Eiterfeld spiele. Aber Willingen ist nur acht Kilometer von meinem Wohnort entfernt und die spielen ja in der gleichen Klasse.
- E-Mail an Joachim Herbert schreiben
- Mehr Artikel von Joachim Herbert
- Kommentare per RSS 2.0 verfolgen
- Artikel kommentieren
- Trackback setzen.
