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Fußball

860 Minuten ohne Gegentor Von Joachim Herbert, 23.01.2008

Interview * Christian Ruck = Torwart im Fokus * Folge 6

Christian Ruck steht seit zehn Jahren im Tor des Hünfelder SV und spielt mit seinem Verein derzeit in der hessischen Landesliga Nord. Am Saisonende möchte er einen der ersten beiden Tabellenplätze belegen und mit dem HSV in die Oberliga aufsteigen. Natürlich hat auch Christian wieder einige Tipps für junge Torhüter parat.

TOWIU: Warum sind Sie Torwart geworden?
Christian Ruck: Ich bin erst in der A-Jugend, also mit 17 Jahren, ins Tor gegangen. Damals hatte sich der etatmäßige Torhüter abgemeldet und ein Dummer musste ja ins Tor :-).  Vorher hatte ich im Abwehrbereich gespielt.

TOWIU: Was macht einen guten Torwart aus?
Christian Ruck: Reaktionsschnelligkeit und ein gutes Timing. Außerdem muss er Ruhe und Besonnenheit auf die Abwehr ausstrahlen:

TOWIU: Welches sind Ihre Stärken als Torwart?
Christian Ruck: Meine Stärken liegen auf der Linie.

TOWIU: Welche Tipps haben Sie für einen ambitionierten Nachwuchstorhüter?
Christian Ruck: Ehrgeiz ist sehr wichtig, aber es sollte kein übertriebener Ehrgeiz sein. Die jungen Keeper sollten mit Ruhe und Gelassenheit ins Training gehen und nicht übertrieben trainieren. Und sie sollten sich so viel wie möglich von anderen, auch älteren Torleuten abschauen. Wie verhalten die sich im Training? Wie verhalten die sich im Spiel?

TOWIU: Wie sollte ein gutes Torwarttraining aussehen?
Christian Ruck: Das Training sollte abwechslungsreich sein und viele auf das Spiel bezogene Situationen enthalten. Die Übungen sollten dementsprechend ausgewählt werden.

TOWIU: Wer war Ihr bester Torwart-Trainer und warum?
Christian Ruck: Da gab es einige und von jedem habe ich etwas anderes gelernt. Zu Beginn habe ich intensiv mit Rainer Enders, der in Eiterfeld und Petersberg im Tor stand, zusammengearbeitet. Steffen Trausch hat Ruhe und Gelassenheit vermittelt und von Matthias Leutke habe ich die Dinge aus der Sicht eines Feldspielers kennen gelernt.
Interessant waren auch die acht Einheiten, die ich im vergangenen Jahr in Burghaun in Udo van den Bergs Torwartschule absolviert habe. Er absolviert das DFB-Stützpunkttraining in Hünfeld. Wir haben mit mehreren Torleuten trainiert, die alle wesentlich jünger waren als ich, aber auch als 30-Jähriger konnte ich dort noch etwas lernen.

TOWIU: Mit welchen Torwarthandschuhen spielen Sie?
Christian Ruck: Im Moment mit Uhlsport.

TOWIU: Wie finden Sie es, dass es in Fulda die Torwartschule Keepers Personality gibt?
Christian Ruck: Es ist sehr wichtig, dass es so etwas gibt. Im Jugendbereich sind die Trainer oft Feldspieler der ersten Mannschaft und da kommt das torwartspezifische Training häufig zu kurz, auch wenn sich die Übungsleiter sehr viel Mühe geben.

TOWIU: Worin sehen Sie die Vorteile für einen jungen Torhüter, wenn er in einer Torwartschule wie Keepers Personality trainieren kann?
Christian Ruck: Wie schon gesagt: In den Vereinen gibt es kaum ehemalige Torleute als Trainer. Der Vorteil einer Torwartschule ist sicherlich der Austausch mit anderen Torhütern, der so im Verein nicht möglich ist. Denn besonders im Jugendbereich gibt es immer nur zwei Keeper pro Mannschaft. Außerdem gibt es in einer Torwartschule ein speziell abgestimmtes Torwarttraining.

TOWIU: Der Hünfelder SV ist derzeit Tabellenzweiter in der Landesliga. Wagen Sie einen Ausblick: Was passiert mit dem HSV in der Rückrunde?
Christian Ruck: Die Mannschaft wird eine gute Vorbereitung haben, die am 29. Januar beginnt. Dann werden wir so viele Spiele wie möglich gewinnen, um am Ende einen der ersten beiden Plätze zu erreichen. Wir waren in der letzten Saison Dritter und haben davor zweimal in der Relegation gespielt, sind aber jeweils knapp gescheitert. Es wird Zeit, dass die Mannschaft noch mal in einer anderen Klasse spielt. Wenn es nicht klappen sollte, wäre ich schon enttäuscht.

TOWIU: Wie sieht Ihre fußballerische Zukunft aus?
Christian Ruck: Ich fühle mich sehr wohl in Hünfeld und ich möchte noch zwei bis drei Jahre spielen. Als meine Freundin das gehört hat, sagte sie: „Du spielst noch so lange, bis ich unserem Nachwuchs sagen kann: `Guck’ mal, da steht der Papa im Tor`.“ (lacht).

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