Fußball
Torwartschule Keepers Personality ist eine Spitzeneinrichtung Von Joachim Herbert, 14.11.2007Interview * Ralf Fladung = Torwart im Fokus * Folge 4
Ralf Fladung war Ende der achtziger bis Mitte der neunziger Jahre Torwart von Borussia Fulda und klopfte mit den Borussen an das Tor zur 2. Bundesliga. Für junge Torhüter hat Ralf gute Tipps parat und er erzählt uns auch, was Hansi Flick, Assistent von Bundestrainer Joachim Löw, mit Ralfs Spitznamen zu tun hat (siehe Steckbrief).
TOWIU: Warum sind Sie Torwart geworden?
Ralf Fladung: Der eigentliche Torwart war krank und da musste ich ins Tor. Ich habe mich scheinbar nicht so schlecht angestellt.
TOWIU: Was macht einen guten Torwart aus?
Ralf Fladung: Er muss auf jeden Fall Sicherheit und Ruhe ausstrahlen. Außerdem muss er gute torwarttechnische Fähigkeiten haben und natürlich körperlich fit sein.
TOWIU: Welche Tipps haben Sie für ambitionierte Nachwuchstorhüter?
Ralf Fladung: Sie sollten permanent an den Grundfertigkeiten arbeiten. Ein torwartspezifisches Training ist dabei sehr wichtig. Von Bedeutung ist auch, dass die jungen Torleute lernen, Spielszenen und Spielentwicklungen frühzeitig zu erkennen.
Bei einem Eckball beispielsweise kann ich auf verschiedene Dinge achten: Mit welchem Fuß tritt der Spieler die Ecke? Schießt er den Ball etwa von der rechten Seite mit dem linken Fuß, weiß ich, dass sich das Leder vom Tor weg drehen wird und kann mich schon einen Tick weiter vor das Tor stellen. Oder der Spieler gibt beim Eckball ein Zeichen und spielt den Ball daraufhin lang. Wenn er bei der nächsten Ecke wieder dieses Zeichen gibt, kommt der Ball wahrscheinlich wieder lang. Solche Dinge lernen die Torhüter durch Spielpraxis und durch die Analyse des Spiels nach dem Abpfiff mit dem Trainer.
TOWIU: Wie sollte ein gutes Torwarttraining aussehen?
Ralf Fladung: Es sollten im Wesentlichen torwarttechnische Dinge trainiert werden. Die Fitness muss sich eigentlich woanders erarbeitet werden. Gut wäre es auch, wenn Torleute anhand von Videosequenzen analysiert werden. So kann man sich etwa Torwartszenen aus Bundesligaspielen anschauen und analysieren, wie und warum sich ein Torhüter in einer bestimmten Situation so verhalten hat.
TOWIU: Wer war Ihr bester Torwarttrainer und warum?
Ralf Fladung: Das war Spiro Cosic. Er konnte die Dinge gut erklären und vormachen, er ist menschlich ein super Typ und Spiro konnte uns Torleuten etwas vermitteln.
TOWIU: Mit welchen Torwartshandschuhen haben Sie gespielt?
Ralf Fladung: Mit Handschuhen von Reusch.
TOWIU: Wie finden Sie es, dass es in Fulda die Torwartschule Keepers Personality gibt?
Ralf Fladung: Für die Nachwuchstorhüter ist das eine Spitzeneinrichtung. Durch eine solche Schule wird das Torwartspiel im ganzen Kreis Fulda aufgewertet und den jugendlichen Torhütern eröffnet Keepers Personality eine ganz andere Perspektive. Ich finde das eine tolle Sache.
TOWIU: Worin sehen Sie die Vorteile für einen jungen Torhüter, wenn er in einer Torwartschule wie Keepers Personality trainieren kann?
Ralf Fladung: Ein Vorteil ist sicher die professionelle Anleitung durch einen erfahrenen, gut ausgebildeten Trainer. Judmir Meta kann sowohl im Training, als auch im Gespräch persönliche Erfahrungen direkt vermitteln. Und die Torleute haben die Chance, sich mit gleichaltrigen Torhütern zu messen. Das ist im Verein so nicht möglich.
TOWIU: Im Jahr 1996 mussten Sie verletzungsbedingt Ihre Torwartkarriere beenden. Treiben Sie noch Sport und sind Sie dem Fußball noch verbunden? Und was ist mit Ihren damaligen Mitspielern? Haben Sie noch Kontakt?
Ralf Fladung: Ja, ich treibe noch Sport. Ich fahre viel Mountainbike und fahre sehr gerne Ski. Zum Fußball Schauen gehe ich nur noch, wenn meine beiden Söhne in Florenberg spielen. Im Tor steht aber keiner von beiden.
Zu einigen der damaligen Borussenspieler habe ich noch guten Kontakt. Zu Judmir Meta, zu Cesar Thier und auch zu Altin Lala.
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