Fußball
Zehn Trainingseinheiten pro Woche Von Joachim Herbert, 10.10.2007Interview * Benedikt Kaiser = Nachwuchskeeper * Folge 1
Benedikt Kaiser spielt im Tor von Rot-Weiß Erfurt in der B-Junioren-Bundesliga. Der 16-Jährige wechselte von Borussia Fulda nach Erfurt und besucht in der thüringischen Landeshauptstadt ein Sportgymnasium. Wir wollten von Benedikt wissen, wie er es in die höchste deutsche Spielklasse geschafft hat und wie sein Tagesablauf aussieht. Und nicht nur das – Benedikt spricht natürlich auch über seine Ziele und über seinen ehemaligen Trainer Judmir Meta.
TOWIU: Benedikt, Du bist mit Rot-Weiß Erfurt in die B-Junioren-Bundesliga aufgestiegen. Welches Ziel hast Du mit Deinem Verein in dieser Liga?
Benedikt Kaiser: Wir wollen den Klassenerhalt sichern und das wird nicht einfach. Da unsere erste Mannschaft Regionalligist ist, haben wir gegenüber den Bundesligisten die schlechteren Voraussetzungen.
TOWIU: Warum bist Du Torwart geworden?
Benedikt Kaiser: Wir hatten in Lauterbach einen Torhüter, der nicht regelmäßig kam und da bin ich ins Tor gegangen. In der F-Jugend habe ich noch im Feld gespielt, und zwar im rechten Mittelfeld. Ab der E-Jugend stand ich dann im Tor.
TOWIU: Was macht einen guten Torwart aus?
Benedikt Kaiser: Dass er wie ein Libero agiert. Ein guter Torwart muss auch gute Feldspielerqualitäten besitzen.
TOWIU: Wie bist Du zu Rot-Weiß Erfurt und damit in die B-Junioren Bundesliga gekommen?
Benedikt Kaiser: Kurz nach dem Tod meines Opas kam ein Anruf vom Trainer von Rot-Weiß Erfurt, der mich bei einem Bezirksauswahlturnier gesehen hatte. Ich habe dann ein Probetraining gemacht und dort wohl überzeugt. Danach habe ich mir die Schule und das Internat angeschaut, das ich jetzt besuche. Das Pierre-de-Coubertin-Gymnasium ist eine Sport-Elite-Schule, die man nur besuchen darf, wenn man eine gewisse sportliche Norm erfüllt. Letztlich habe ich dann selbst die Entscheidung getroffen, diese Chance wahrzunehmen.
TOWIU: Wie sieht Dein Tagesablauf in Erfurt aus?
Benedikt Kaiser: Aufstehen und um 7 Uhr frühstücken. Um 7.30 Uhr ist Schulbeginn. Nachmittags steht Training auf dem Programm, dienstags gehen wir zum Beispiel in den Kraftraum. Dann Abendessen, Hausaufgaben und um 22 Uhr ist Nachtruhe. Wir haben zwei Etagenerzieher, die auf Ordnung und Sauberkeit achten und auch darauf, dass die Nachtruhe eingehalten wird. Man kann sich abends schon noch etwas für die Schule anschauen, aber kurz nach 22 Uhr ist Ruhe.
TOWIU: Hast Du in Erfurt spezielles Torwarttraining? Und wie oft trainierst Du?
Benedikt Kaiser: Wir haben zehn Trainingseinheiten pro Woche und ein Spiel. Leider habe ich nur einmal pro Woche, nämlich montags, ein spezielles Torwarttraining, weil wir so viele Torleute haben.
TOWIU: Wie sollte ein gutes Torwarttraining aussehen?
Benedikt Kaiser: Man sollte als Torhüter an seinen Schwächen arbeiten und die Stärken trotzdem weiter verbessern. Der Spaß sollte aber im Vordergrund stehen.
TOWIU: Wer war Dein bester Torwart-Trainer und warum?
Benedikt Kaiser: Das war Judmir Meta während meiner Zeit in den C-Junioren von Borussia Fulda. Davor in Lauterbach habe ich ausschließlich mit meinem Vater trainiert. Bei Judmir hat das Training viel Spaß gemacht und ich habe mich weiter entwickelt.
TOWIU: Mit welchen Torwarthandschuhen spielst Du?
Benedikt Kaiser: Mit Handschuhen von Puma. Seit ich bei Borussia Fulda war spiele ich mit diesen Handschuhen und komme gut damit zurecht.
TOWIU: Wie findest Du es, dass es in Fulda die Torwartschule Keepers Personality gibt?
Benedikt Kaiser: Das finde ich gut, denn die Torhüter können sich hier weiter verbessern. Judmir hat viel Erfahrung, er hat schließlich Junioren-Länderspiele für Albanien absolviert. Er kann uns Nachwuchstorhütern sehr viel beibringen.
TOWIU: Worin siehst Du die Vorteile für einen jungen Torhüter, wenn er in einer Torwartschule wie Keepers Personality trainieren kann?
Benedikt Kaiser: Er lernt neue Dinge und wird weiter ausgebildet. Außerdem bekommt man in einer Torwartschule neue Übungen gezeigt, die man so im Verein nicht durchführt.
TOWIU: Wie soll Deine sportliche Zukunft aussehen?
Benedikt Kaiser: Ich will weiterhin eine gute Saison spielen und nicht absteigen. Dann will ich natürlich in die A-Jugend übernommen werden. Im Herrenbereich kann man als Torhüter in der Regionalliga zufrieden sein, denke ich. In die Bundesliga zu kommen ist schon ganz schön schwer.
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