Fußball
Guter Torwart muss auch außergewöhnliche Bälle halten Von Joachim Herbert, 27.09.2007Interview * Roland Borrmann = Torwart im Fokus * Folge 2
Roland Borrmann steht im Tor von Borussia Fulda und mit seiner Mannschaft derzeit auf einem vorderen Platz in der Oberliga Hessen. Wir haben ihn zur sehr interessanten Saison 2007/2008 befragt – schließlich steigen am Ende der Punktrunde vier Teams in die Regionalliga auf. Und natürlich gibt Roland auch ein paar interessante Tipps für Nachwuchstorleute.
TOWIU: Borussia spielt in der Oberliga Hessen ganz oben mit. Haben Sie vor Beginn der Saison mit diesem erfolgreichen Abschneiden gerechnet?
Roland Borrmann: Es sind einige neue Spieler zu uns gekommen, eine Qualitätsverbesserung war schon da. Die Mannschaft musste sich aber erst einspielen und man musste Geduld haben. Wir haben in Henry Lesser einen guten Coach, haben gut trainiert und jetzt sieht man, wohin es gehen kann.
TOWIU: Hat Borussia das Potential, auch am Saisonende ganz oben dabei zu sein und den Aufstieg in die Regionalliga zu realisieren?
Roland Borrmann: Ja, das Potential ist auf jeden Fall vorhanden. Es wird aber sicher nicht einfach, denn Darmstadt 98, Viktoria Aschaffenburg und die U23 von Eintracht Frankfurt werden mit Sicherheit starke Konkurrenten sein.
TOWIU: Warum sind Sie Torwart geworden?
Roland Borrmann: Mein Jugendtrainer hat mich damals gefragt „Auf welcher Position willst du spielen?“ und ich habe gesagt „Ich will das spielen, was mein Vater gespielt hat.“ „Dann musst du ins Tor gehen“, hat der Trainer gesagt. Damals war ich sechs Jahre alt. Ich habe mich also schon sehr früh für diese Position entschieden.
TOWIU: Was macht einen guten Torwart aus?
Roland Borrmann: Da gibt es viele Dinge. Er muss reaktionsschnell sein, Ruhe und Übersicht bewahren und seine Hintermannschaft stellen können. Konstant eine gute Leistung zu bringen ist ebenfalls sehr wichtig und ein guter Torwart muss auch mal einen außergewöhnlichen Ball halten.
TOWIU: Welche Tipps haben Sie für einen ambitionierten Nachwuchstorhüter?
Roland Borrmann: Die jungen Torleute sollen so oft es geht auf den Bolzplatz gehen, sich dort mit Anderen treffen und spielen.
TOWIU: Wie sollte ein gutes Torwarttraining aussehen?
Roland Borrmann: Ein gutes Torwarttraining muss – genau wie jedes andere Training auch – gut vorbereitet werden. Dann hängt es natürlich von der Phase ab, in der sich der Torwart befindet. Ist er in der Vorbereitung, steht er mitten in der Saison oder direkt vor einem Spiel? Je nach Situation müssen andere Dinge im Vordergrund stehen. Sprungkraft und Ausdauer sind jedoch wichtige Faktoren.
TOWIU: Wer war Ihr bester Torwart-Trainer und warum?
Roland Borrmann: Das war Wolfgang Ernst beim SC Neukirchen. Ich bin mit 19 Jahren nach Neukirchen gekommen und er hat mir noch mal die Chance gegeben, vorwärts zu kommen. Er hat noch etwas aus mir raus gekitzelt. Sonst wäre ich nicht da gelandet, wo ich jetzt bin.
TOWIU: Mit welchen Torwarthandschuhen spielen Sie?
Roland Borrmann: Das ist ganz unterschiedlich. Früher war unser Sponsor Puma, dann habe ich aber auch schon mit Goleiro-Handschuhen gespielt, der Marke von Cesar Thier.
TOWIU: Wie finden Sie es, dass es in Fulda die Torwartschule Keepers Personality gibt?
Roland Borrmann: Das ist eine schöne Einrichtung und ich hoffe, dass die Schule von den jungen Torleuten gut angenommen wird.
TOWIU: Worin sehen Sie die Vorteile für einen jungen Torhüter, wenn er in einer Torwartschule wie Keepers Personality trainieren kann?
Roland Borrmann: Für talentierte Nachwuchskeeper ist es wichtig, dass sie von guten Torhütern trainiert werden. Die können ihnen wertvolle Tipps geben und neue Übungen zeigen, die sie bei ihrem Vereinstrainer nicht lernen.
TOWIU: Sie werden sicherlich noch einige Jahre zwischen den Pfosten stehen. Trotzdem die Frage: Gibt es fußballerische Pläne für die Zeit danach?
Roland Borrmann: Nein, die gibt es noch nicht. Ich plane immer nur von Jahr zu Jahr. Außerdem habe ich einen kleinen Sohn und verbringe meine Zeit gerne mit ihm, da verschieben sich die Prioritäten.
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