Sport
Fußball kann ansteckend sein Von Joachim Herbert, 13.09.2007Karl Jürgen Kiel sammelt Vereinsnadeln /Gelsenguß Gelsenkirchen gesucht
Die Anstecknadeln sind klein, bunt und werden zu Tausenden in einem eigenen Schrank mit extra schmalen Schubladen aufbewahrt. Ihr Eigentümer ist Karl Jürgen Kiel aus Fulda, der sich seit Jahren dem Sammeln von Fußball-Pins verschrieben hat.
Kiel sammelt die Anstecknadeln von Fußballvereinen seit 1967. „Damals brachte mir mein Vater die erste Nadel mit, eine vom SV Stockhausen“, sagt er. Seine Leidenschaft wurde entfacht und der Grundstock einer Sammlung war gelegt. Heute nennt der 58-Jährige rund 13 000 Pins sein Eigen, darunter auch nur sehr schwer zu erwerbende Exemplare aus dem Sudetenland. Und damit er den Überblick nicht verliert, sind alle Nadeln katalogisiert.
Wie jedes Hobby ist auch dieses eine Wissenschaft für sich, sobald man sich etwas näher damit befasst. Es gibt eine „Interessengemeinschaft der Sammler von Fußballemblemen in Europa e.V.“ mit Sitz in Wiesbaden und zahlreiche Spezialisten, die diesem Steckenpferd frönen.
Diese jagen natürlich vornehmlich den seltenen Nadeln nach, die hauptsächlich aus Osteuropa kommen. Bedingt durch politische Veränderungen im Laufe der Jahrzehnte haben die Vereine ihre Namen gewechselt. Pins mit alten Vereinsnamen sind heute nur noch schwer zu bekommen und dementsprechend gefragt. Ganz klar, dass die Preise dafür steigen.
Suche nach der BSG Gelsenguß Gelsenkirchen
Ein ganz rares Exemplar ist das der BSG Gelsenguß Gelsenkirchen, von dem in Deutschland angeblich nur noch 2 Stück existieren sollen. Auch die Nadel der BSG Stalinstadt aus dem Jahr 1949 ist gefragt.
Sammlungen mit Nadeln aus Italien oder Portugal sind zwar auch „ganz nett“, doch was das Sammlerherz höher schlagen lässt ist eine Nadel, die eigentlich nicht mehr zu bekommen ist.
Fußball-Pins existieren schon fast so lange, wie es Vereine gibt. Ende des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Embleme produziert, wobei die Engländer bis heute die beste Qualität liefern. Aber auch in Deutschland, dem europäischen Ausland und Asien werden die Nadeln hergestellt.
Vielleicht findet sich ja auch ein Vereinslogo, nach dem Karl Jürgen Kiel schon lange sucht. „Ich suche das Logo der Vorgänger von Borussia Fulda und Germania Fulda, egal in welcher Form“, sagt Kiel. Es gab in früheren Tagen wohl einmal die Fußballvereine Kickers Fulda und Schwarz-Weiß Fulda. Und deren Wappen fehlen noch in Kiels Sammlung.
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