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Der Kaktus mit dem dicken Fell Von Joachim Herbert, 10.09.2007Interview * Andreas Ulmicher / „Das Kaktusprinzip“ ist erschienen
Stress und Hektik am Arbeitsplatz, Streit mit dem Partner und Ärger mit den Kindern. Da hilft nur ein dickes Fell. Doch wie lege ich mir eines zu, wenn ich von Natur aus dünnhäutig und sensibel bin? Andreas Ulmicher zeigt in seinem zweiten Buch „Das Kaktusprinzip – Die Wissenschaft vom dicken Fell“, wie man mit diesen Schwierigkeiten am besten umgeht.
TOWIU: „Das Kaktusprinzip“ ist Ihr zweites Buch, Sie sind also noch ein „junger“ Autor. Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
Ulmicher: Das fing ganz zwanglos an. Ich war jahrelang Single und habe die ständige „Partnerjagd“ am Wochenende irgendwann als frustrierend empfunden und bin abends nicht mehr weg gegangen. Stattdessen habe ich begonnen, Kurzgeschichten zu schreiben, teilweise auch auf Englisch.
Meine jetzige Freundin und meine Mutter haben mich später ermutigt, etwas über die Krankheit Morbus Crohn zu schreiben, von der ich selbst betroffen war. So ist mein erstes Buch „Morbus Crohn“ (ISBN 3-8334-3531-3) entstanden, das bei amazon.de in den vergangenen beiden Jahren das meistverkaufte zu diesem Thema war.
TOWIU: „Das Kaktusprinzip“ ist Anfang dieses Monats erschienen. An wen richtet sich Ihr neues Werk?
Ulmicher: Das Buch ist für alle, die an Stimmungsschwankungen, Depression, allzu großen Sorgen und zuviel Stress bis hin zum Burn-Out leiden. Für all diejenigen, die sich ihre Probleme zu sehr zu Herzen nehmen. Und es richtet sich an die Menschen, die aufgrund ihrer psychischen Sensibilität auch körperliche Beschwerden haben.
TOWIU: Also ein weiteres Buch auf dem großen Markt der Lebenshilfe-Bücher?
Ulmicher: Es ist zwar ein Lebenshilfe-Ratgeber, aber das Buch zielt nicht darauf ab, sich durch positives Denken ein besseres Leben zu verschaffen, so wie es in Motivationsbüchern propagiert wird. Hier geht es darum, mit dem gegebenen Schicksal bestmöglich umzugehen. Im Unterschied zu anderen Ratgebern befasst sich „Das Kaktusprinzip“ nicht nur mit der geistigen Seite des Problems, sondern auch mit der körperlichen.
TOWIU: Was genau besagt das Kaktusprinzip?
Ulmicher: Das Kaktusprinzip liefert keine Lösungen für die Probleme des Alltags, wie etwa Einsamkeit oder den Kampf um den Arbeitsplatz. Es zielt vielmehr darauf ab, angenehme Gewohnheiten in den Alltag zu integrieren und diese Dinge einfach zu tun, ohne lange darüber nachzudenken. Körper und Geist sollen gleichermaßen beeinflusst werden und mittels einer natürlichen Entwicklung soll mental und emotional mehr Abstand, also ein „dickeres Fell“, zu den Problemen gewonnen werden.
TOWIU: Wie lege ich mir denn nun ein dickeres Fell zu?
Ulmicher: Da gibt es drei grundlegende Prinzipien. Zunächst einmal müssen Sie sich selbst der beste Freund sein und das bedeutet: Sein Sie nett zu sich selbst. Dann sollten Sie Ihre geheimen Wünsche akzeptieren und dazu stehen. Und drittens Ausgeglichenheit bezüglich Ihres „emotionalen Informationsgehaltes“ anstreben. Hier geht es darum, wie uns die Ereignisse des Lebens „schmecken“.
TOWIU: „Schmecken“ ist ein gutes Stichwort. Sie sprechen in Ihrem Buch von der Kaktus-Diät. Was hat es damit auf sich?
Ulmicher: Man kann durch entsprechende Ernährung ein dickeres Fell bekommen, sowohl im körperlichen, als auch im geistigen Sinne. Vorteilhaft ist eine „archaische“, also altertümliche Ernährung, die Wert legt auf Gemüse, Früchte, Nüsse und Samen. Moderne Lebensmittel, wie etwa Tabak, Kaffee, Zucker und alle Arten von künstlichen Lebensmittelzusätzen sollte man dagegen meiden.
Andreas Ulmicher ist Heilpraktiker. Der 37-Jährige praktiziert seit 2001 in Bad Soden-Salmünster und hat seit Februar 2006 eine weitere Praxis in Fulda. „Das Kaktusprinzip“ ist sein zweites Buch, das Anfang September im Omega-Verlag erschienen ist. Der Omega-Verlag ist auch die schriftstellerische Heimat von Bärbel Mohr und ihrem Bestseller „Bestellungen beim Universum“.
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