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Die Revolverhelden laden nach Von Joachim Herbert, 26.06.2007CD-Review: Revolverheld - Chaostheorie
Deutschrock ist seit ein paar Jahren wieder angesagt. Seit den Zeiten von Silbermond, Juli und Wir sind Helden wird jungen deutschen Bands wieder zugehört und das zu Recht. Im Strom der germanischen Rocker sind auch die fünf Hamburger von Revolverheld nach oben geschwommen, die nun ihr zweites Album präsentieren.
„Chaostheorie“ (Columbia/Sony BMG) heißt das Werk und ist Nachfolger des äußerst erfolgreichen selbstbetitelten Debüts, das Goldstatus erreichte und vier Singlehits (davon drei Top 20 Platzierungen) hervorgebracht hat.
Die Jungs um Sänger Johannes Strate werden sich an diesem Erfolg messen lassen müssen, ob sie nun wollen oder nicht. Soviel Segen ein erfolgreiches Erstlingswerk auch bringt, das ist der Fluch, mit dem die Band leben muss. Charttechnisch haben sie schon einen guten Start hingelegt, denn „Chaostheorie“ stieg auf Platz drei der deutschen Albumcharts ein und das macht deutlich, wie groß die Fangemeinde der Revolverhelden ist. Inzwischen ist es jedoch aus den Top Ten gerutscht und es steht nur noch Platz 19 zu Buche.
Die Nordlichter bieten den Anhängern guten Deutschrock, der einmal mehr komplett aus eigener Feder stammt. Frontmann Johannes Strate hat zusammen mit den Gitarristen Niels Grötsch und Kristoffer Hünecke sowie Schlagzeuger Jakob Sinn Musik und Texte selbst verfasst. Produziert wurde das Album ebenfalls von den beiden Gitarristen und zwar zusammen mit dem Sound-Engineer Clemens Matznick.
Herausgekommen sind dabei dreizehn Songs und mit dem Opener „Gegen die Zeit“ steht eines der härtesten Lieder gleich am Anfang. Es folgt die erste Singleauskoppelung „Ich werd’ die Welt verändern“, ehe der Zuhörer bei „Superstars“ die Kritik der Band an Castingshows und deren Gewinnern zu hören bekommt. Bei „Du explodierst“ und „Patient in meiner Psychiatrie“ geben Revolverheld richtig Gas, „Unzertrennlich“ und „Bis in die Ewigkeit“ sind die unvermeidlichen Balladen auf „Chaostheorie“.
Ein Knaller wie „Freunde bleiben“, mit dem die Band bei Stefan Raabs Bundesvision Song Contest den zweiten Platz belegte, ist auf dem neuen Album aber nicht zu finden. Stattdessen rockt sich das Quintett gut durch das Album, ohne das der Zuhörer zwischendurch wirklich aufhorcht, weil ihn ein Knallersong aus dem Sitz reist. Mit der radiokompatiblen Singleauskoppelung „Ich werd’ die Welt verändern“ liegt die Band jedenfalls richtig, ob es diesmal wieder drei Top-20-Singles geben wird, darf jedoch bezweifelt werden. Es ist eben nicht so einfach, einem tollen Debüt ein gleichwertiges Werk folgen zu lassen.
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