Mittwoch, 07.01.2009 | 05:49
Deutsche Flagge Englische Flagge

Sport

Mit Rhöner Sportbekleidung zur WM nach Japan Von Joachim Herbert, 09.04.2007

Rollstuhl-Karate * WM: MND-Sport offizieller Ausrüster des deutschen Teams

Die Firma MND-Sport aus Hilders hat einen interessanten Coup gelandet. Der Sportbekleidungshersteller aus der Rhön ist offizieller Ausrüster der deutschen WM-Mannschaft im Rollstuhl-Karate für die Weltmeisterschaft im japanischen Okinawa.

Michael Nüdling stattet mit seiner Firma aus dem Hilderser Ortsteil Batten deutschlandweit Vereine mit Trainings- und Sportanzügen aus. Die Kunden des Unternehmers kamen zu Beginn seiner Tätigkeit vor allem aus dem heimischen Bereich. Lang ist die Liste der lokalen Klubs, die in der Rhön die Bekleidung für ihre Sportler beziehen. Der TSV Rothemann ist ebenso vertreten wie die Spvgg Hosenfeld, TSV Hilders, FSV Thalau, SG Steinau, SV Rothenkirchen, SKG Gersfeld, SG Ehrenberg, die Handballer des Hünfelder SV und aus Schlitz sowie die komplette Jugendabteilung des Melsunger FV.

MND-Sport beliefert Vereine von der C-Klasse bis zur Oberliga und die schmucken Anzüge werden nicht nur von Fußballvereinen geordert. Auch im Bereich Tischtennis, Volleyball und Leichtathletik ist Michael Nüdling mit seinen Produkten vertreten, zu denen auch Multifunktionsjacken, T-Shirts. Sweat-Shirts , Sporttaschen und diverse Bälle gehören.

Ein Schwerpunkt der Bestellungen liegt im Jugendbereich. Nicht nur der hessische Melsunger FV hat seine komplette Jugendabteilung mit der Bekleidung des rhöner Unternehmens ausgestattet, auch im Ruhrpott ist man auf MND-Sport aufmerksam geworden. Der Bochumer Vorortklub Hattingen etwa hat 200 Anzüge für alle Jugendabteilungen bestellt.

Die Kontakte ergeben sich meist durch Mund-zu-Mund-Propaganda und Michael Nüdling beliefert inzwischen Kunden von Hannover bis Niederbayern, von Bielefeld bis Halle und ist besonders in Ostdeutschland stark vertreten.
In den Zeiten des Internets hat sich der Kundenkreis des Rhöner Unternehmens schnell auf ganz Deutschland ausgedehnt. Seit 1992 beliefert man Vereine mit Sportbekleidung und profitiert dabei von der Erfahrung des Unternehmens im Textilbereich, die bis ins Jahr 1811 zurück geht.
Ein weiterer Vorteil der Rhöner ist, dass die Anzüge vier Jahre nachlieferbar sind und für die Vereine keine Mindestabnahmemenge besteht.

Doch wie kam es zum Kontakt mit dem deutschen WM-Team im Rollstuhl-Karate? „Der Verband Rollstuhl-Karate Deutschland ist auf uns zugekommen“ sagt Michael Nüdling. „Wir haben bundesweit einen sehr guten Namen im Bereich Teamsport- und Vereinsausrüstung und haben nach der Kontaktaufnahme Muster an den Verband nach Leipzig gesendet.“ Die fanden die Zustimmung der Verantwortlichen und so prangt nun neben der Deutschlandflagge und dem Logo des Rollstuhl-Karate-Verbandes auch das von MND-Sport.

Informationen zu Rollstuhl-Karate

Karate speziell für Rollstuhlfahrer ist noch eine sehr junge Sportart und wird erst von wenigen Sportlern ausgeübt. Derzeit existieren Gruppen in Leipzig, Berlin und in Erfurt. Darüber hinaus gibt es in Deutschland verschiedene Vereine und Gruppen, die Kampfsport mit behinderten Menschen durchführen.

Vor fünf Jahren ist die erste Gruppe in Leipzig entstanden, in Japan wird der Sport schon einige Jahre länger ausgeübt. Mehrmals im Jahr wird Sensei Tadashi Ishikawa aus Japan nach Leipzig eingeladen; er ist der Mitbegründer des Rollstuhl-Karate. Mit ihm zusammen führt der Shotokai Leipzig e.V. Workshops im Rollstuhl-Karate durch, vornehmlich für Karatetrainer. Ziel ist es, den Sport weiter zu verbreiten und möglichst vielen Rollstuhlfahrern die Möglichkeit zu geben, Karate auszuüben.

Vom 15. bis zum 29. April werden sich die vier Rollstuhlfahrer (3 Frauen und ein Mann) im japanischen Okinawa aufhalten und dort Deutschland bei der 2. offiziellen Weltmeisterschaft im Rollstuhl-Karate vertreten. Qualifiziert haben sich die Teilnehmer im vergangenen Jahr bei einer ersten deutschen Meisterschaft in Leipzig.

Kommentar abgeben