Kampfsport
Lehrgang mit dem Trainer von Tony Jaa Von Joachim Herbert, 16.12.2004Muay Thai * Story: Training beim Ausbilder des Hauptdarstellers von „Ong Bak“
Vor wenigen Tagen startete der spektakulärste Kampfsportfilm der letzten Jahre deutschlandweit in den Kinos. „Ong Bak“ heißt die Geschichte, die den Hauptdarsteller Tony Jaa zu einem der neuen Leinwandhelden der Kampfsportszene werden lässt, denn er stellt mit seinen Techniken Filmgrößen wie Jean-Claude van Damme oder Steven Seagal glatt in den Schatten. Die Kritiker preisen Tony Jaa bereits heute als legitimen Nachfolger von Bruce Lee, Jackie Chan oder Jet Li.
Die Story des Films handelt vom Diebstahl des Kopfes der Buddha-Statue Ong Bak und der Jagd nach den Dieben. Wie in den meisten Filmes dieses Genres zeichnet sich die Geschichte nicht durch besondere Raffinesse aus, dafür sind die Kampfkunstszenen das Beste, was in den letzten Jahren auf die Kinoleinwand kam.
Während der vier Jahre der Vorbereitung auf diesen Film trainierte Tony Jaa hauptsächlich Muay Thai Boran, eine traditionelle thailändische Kampfkunst, deren moderne Form das Muay Thai (Thaiboxen) ist. Das Training dieser überlieferten Techniken ist so intensiv und so hart, dass man in der Regel lediglich in kurzen Einheiten üben kann. Doch ermutigt von seinen Partnern überwand sich Tony Jaa immer wieder, trainierte acht Stunden am Tag vor und noch während der Dreharbeiten und konzentrierte sich mit ganzer Leidenschaft auf den Film. Noch heute trainiert er durchschnittlich fünf Stunden täglich.
Zwei Trainer bereiteten Tony Jaa auf diesen Filmauftritt vor, einer von ihnen ist Grandmaster Amnat Pooksrisuk aus Bangkok, Oberst der thailändischen Armee und einer von nur sechs Großmeistern Thailands in dieser Sportart. Oberst Pooksrisuk besuchte im Laufe seiner Karriere eine Militärschule in Hamburg, spricht deutsch und wurde auch durch seinen zehn Jahre andauernden Einsatz im Vietnamkrieg geprägt. In Thailand führt er eine Kadettenschule, in der er in einer fünfjährigen Ausbildung etwa 260 jungen Männern die Kunst des Muay Thai Boran vermittelt, wodurch diese die Grundlage für eine Karriere beim thailändischen Militär legen.
Oberst Pooksrisuk genoss eine vielseitige Ausbildung im Muay Thai Boran und gab sein Wissen Anfang des Monats bei einem einwöchigen Lehrgang im Bundesleistungszentrum des Muay-Thai-Bundes Deutschland in Rommerskirchen an Muay-Thai-Trainer aus ganz Deutschland und der Schweiz weiter.
Unter den 20 Teilnehmern des Lehrgangs waren auch Sifu Thomas Krack aus Fulda und Jürgen Leiber, der seit vielen Jahren bei Sifu Krack die Kunst des Muay Thai erlernt. Als einziger Vertreter in Fulda unterrichtet Thomas Krack das originale Muay Thai, wie es auch im Film „Ong Bak“ zu sehen ist.
Die Fortbildung im Muay Thai Boran beinhaltete tägliches fünf- bis sechsstündiges Training und vermittelte Techniken, die im Wettkampf nicht eingesetzt werden, sondern sich auf die reine Fertigkeit der Selbstverteidigung beziehen. Der Kontakt mit dem Gegner und damit die Konfrontation mit dessen Kraft werden bei bestimmten Techniken vermieden.
Am fünften und letzten Tag des Lehrgangs waren aufgrund der Härte des Seminars von anfänglich 20 Teilnehmern nur noch Thomas Krack und Jürgen Leiber anwesend, die von Oberst Pooksrisuk eingeladen wurden, bei ihm in Bangkok zu trainieren.
Interessenten an der alten Kunst des Muay-Thai können sich telefonisch an Sifu Thomas Krack unter 0661/ 52 1 51 wenden oder unter www.kampfsport-fulda.de informieren.
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