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Entertainment

Musik aus einem Hotel in Greven Von Joachim Herbert, 21.04.2003

CD-Review: Uncle Ho – Everything must be destroyed

Uncle Ho sind schwer einzuordnen. Ist das nun Popmusik mit Alternative-Rock-Einflüssen oder doch eher softer Einheitsbrei? Oder ganz und gar britisch angehauchter Gitarrenrock? Teile der achtzehn Songs auf dem neuen Album „Everything must be destroyed“ (Columbia/Sony) sprechen für die eine Sparte, Teile für die andere.

Auf jeden Fall ist es Musik aus Wuppertal, aufgenommen in einem stillgelegten Hotel in Greven sowie in Heckinghausen (wo auch immer das sein mag). Allein das hört sich schlimm genug an.
Doch Uncle Ho verstehen zu überraschen und präsentieren sich von verschiedenen Seiten. „International Klein Blue 75“, „Euphoria“ und „There are too many songs already“ sind schnell, gitarrenlastig und sogar aggressiv, „Talk to the dead“ und das über neun Minuten lange „Substance“ kommen dagegen locker und entspannt daher. „Kill the man you love“ geht genauso ins Ohr wie „Coming around“ und die kurzen Instrumentals „Greven“ und „Heckinghausen“ sind so nichtssagend wie es wahrscheinlich auch die Städte sind, die Namensgeber dieser Stücke sind.

Auch auf die Wuppertaler Musiker hat der Irak-Krieg seinen Einfluss, denn die ursprünglich geplante Singleauskopplung „Everything must be destroyed“ („Alles muss zerstört werden“) wurde aufgrund des Krieges zurückgezogen und soll zu einem späteren, friedlicheren Zeitpunkt erscheinen.
Und nicht nur hier haben sich Uncle Ho Gedanken gemacht. Neben den üblichen Songtexten findet man im Booklet Kommentare zu den einzelnen Songs, eine Idee, die auch andere Künstler aufgreifen sollten, damit man die manchmal doch sehr verworrenen Textkonstruktionen besser nachvollziehen kann.

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